In den Schottischen Highlands…

Ich habe im Mai eine große Rundreise durch Schottland gemacht und es war wunderschön! Das Wetter war super, obwohl es immer frisch und windig war, aber jeden Tag schien die Sonne und so haben wir sehr viel gesehen. Und natürlich fährt man nicht jedes Wochenende in die Highlands, also habe ich mein Kleid eingepackt um dort Fotos machen zu können.

I did a big roadtrip through Scotland last May and it was so lovely there! We had everyday sun, but it was still cold and often windy. And I thought: why not bring my highland dress to the Highlands?!

Die Bilder sind auf Raasay entstanden, eine kleine Insel neben der Isle of Skye. Es war sehr windig, sodass von den über 600 Fotos nur wenige verwendet werden können, weil entweder der Rock seltsame Formen angenommen hat, oder meine Haube weggeflogen ist…kein leichtes Leben im Highland! Trotz der zwei Wollröcke hat der Wind sie bewegt, als wäre der Rock Sus dünner Seide. Definitiv Zeit mich an einen Quillted Petticoat zu setzen – das klingt doch nach einem perfekten Winterprojekt.

The photos were taken on Raasay, a little island next to the Isle of Skye. We made over 600 photos, but so many of them are looking weird, because it was so windy and my skirt had strange shapes or my cap was flying away…no easy live in the Highlands! I wore two woolen skirts, but in the wind it danced like one thin silk skirt…definitely time for a quilted petticoat – that could be my next winter project!

Mit den Schuhen durch das Gelände hatte ich mir schwer vorgestellt, aber es ging erstaunlich gut. Aber tagelang so durch Schottland zu wandern muss sehr mühseelig gewesen sein…

Walking with this shoes through this area was easier than I thought, but doing this for days must be very exhausting…

Wie gerne hätte ich noch mein Outlanderkleid fotografiert, aber dazu war leider keine Zeit – ein weiterer Grund um nochmal ins schöne Schottland zu fahren!

We had not enough time to take some photos of my outlander dress – but this is a very good argument to come back to Scotland!

Sommerfrische 2018 – Wörlitzer Park No 1

Jedes Jahr findet eine Sommerfrische meines Nähforums statt und ich habe es dieses Jahr endlich auch hingeschafft! Es war traumhaft, das Wetter war toll und die vielen Outfits waren sehr inspirativ! Ich werde in den nächsten Tagen regelmäßig einen neuen Post verfassen über die einzelnen Tag.

My Sewingforum organize every year a „Sommerfrische“ – a summer escape or summer holiday – and this year I had the opportunity to join. It was fantastic, lovely weather and great fashion – I am full of new ideas! During the next days, I will write some Posts about the single days and show a lot of pictures!

Klick for large photo

Tag 1 fand in Wörlitz statt, ein großes Herrenhaus mit einer riesigen Parkanlage, das war schon fast wie im Märchen. Wir haben erst eine ausgiebige Gondelfahrt genossen und uns so über die Kanäle und Seen den Park angeschaut, danach gab es eine Führung des Hauses und zuletzt sind wir durch den Park flaniert und haben mit Hilfe von kleinen Fähren einige Inseln besucht.

We spent our first day in Wörlitz – there is a manor house and a very large pleasure ground looking like a fairytale! We started with a gondola ride to discover the park. After that we visited the manor and then stroll around the pleasure ground and the little islands which can be reached by little ferries.

Ich habe meine neue Chemise a la reine getragen. Sie besteht aus weiße Batist und das Futter aus weißer Baumwolle. Ich habe mich für einen engen Rücken entschieden, weil ich das sehr hübsch finde und man das nicht so oft sieht (manche nennen das dann Robe de Gaulle). Für den Tag war sie perfekt, schön sommerlich leicht und nicht zu warm.

I wore my new chemise a la reine, made of white batist and a lining out of white cotton. I choose a flat back, because I like that look and it is not so popular in the costumers world. (some call that style robe de gaulle). It was the perfect dress for that day, very light and not to warm.



Mein Freund hat dabei sein erste Kostümtreffen bestritten, seine Sachen sind auch alle von mir gefertigt. (bis auf Hut und Schuhe, die aus seiner Hand stammen) Das gesamte Outfit ist komplett aus Leinen

For my friend it was the first costume experience, all clothes are made by me (except shoes and hat – that was his work!) The whole outfit is linen.


Es wird noch einen weiteren Bilderpost zu diesem Tag folgen, allerdings habe ich einige Bilder, auf denen moderne Dinge und Menschen retuschiert werden müssen, darum folgen diese Bilder erst später.

There will be a second post with pictures of this day, but all this pictures must be retouched, because of modern things and people, that will take some time…

Ein Sommerausflug in den Luisenpark

Vor einigen Wochen waren wir im Luisenpark in Mannheim und haben dort einen schönen warmen Tag verbracht.

Ich habe meine Blumenjacke mit dem passenden grauen Rock getragen, sowie meine neue Perücke (zu der es demnächst einen eigenen Post geben wird). Meine Freundin hatte eine gelb-gestreifte Anglaise mit rotem Unterrock, die ich ihr vor einigen Jahren einmal genäht habe. Zumindest wurde sie so einmal gut fotografiert, bevor ich sie umarbeite denn sie ist etwas eng und sitzt nicht ganz so, wie sie sollte.

Some weeks ago we visited the Luisenpark in Mannheim and had a pleasent summerday there.

I wore my flowerjacket, a grey skirt and my new wig (there will be soon a post about styling the hedgehog). My friend wore her yellow-striped anglaise with a red skirt. I made it some years ago but we never had time to take some nice photos, and now we have photos but I want to redo this anglaise because it is to tight and fits not very well.

Es war ein ganz wunderbarer Tag, mit einem netten Picknick und tollen Leuten. Außerdem wieder sehr inspirativ für meine kommenden Projekte!

It was such a beautiful day with a nice picnic and great people. And I am full of new ideas for my upcoming projects!




Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich mit der Anglaise anstellen werde. Entweder wird es eine Jacke oder ich ändere die Front und setze einen Stecker ein. Ich bin noch etwas unschlüssig, vielleicht kommt mit ja noch die perfekte Idee.

I am just thinking about what to do with this anglaise, do a jacket out of this? Or change the front and ad a stomacher? I am not quite sure yet which is the best solution to fix this problem…I am waiting for the perfekt idea!



Und da könnt ihr übrigens meinen Liebligshut sehen, ich bin ganz vernarrt in diese Dekoration! In dem Sinne: Danke fürs Lesen und genießt den Sommer!
And there you can see my favorite hat, I love that decoration so much!

Und wieder einmal eine Schnürbrust nach Diderot…

Wieder einmal ist es Zeit für eine neue Schnürbrust. Da ich meine allererste eigentlich für alle Anlässe anziehe, weil sie die praktische Frontschnürung hat, ist sie leider auch ein bisschen am kaputt gehen. Und da sie nicht so toll sitzt, möchte ich sie endlich durch ein besseres Stück ersetzen.
Nun wie es leider so kam, habe ich diese Schnürbrust zweimal nähen müssen, weil mir das erste Modell aus verschiedenen Gründen nicht passte.

It‘s time for a new pair of stays! The first stays I made are my favorites, because the front lacing is so useful. Unfortunately it doesn‘t fits well and it starts to come apart. I have to notice that I sew this new pair two times, because the first version doesn‘t fit.

Grundlage für den Schnitt ist wieder mein altbewährter Diderot. Ich habe einige Streben verändert und den Rücken angepasst, denn ich hatte bisher das Problem, dass an den Schultern der Stoff fast überlappt, und die Kluft unten rießig ist. Also mehr Weite unten indem ich eine Zaddel hinzugefügt habe und oben die Breite verschmälert. Außerdem habe ich die Träger ein wenig versetzt, denn wie ich an der alten Schnürbrust gut sehen kann, lag er zu weit unter dem Arm und wurde immer umgeknickt. Zudem habe ich einige Streben verändert oder verstärkt.

I used the Diderot pattern (as before) because I love this pattern so much and it is so easy made. I added some boning and adjust the back. I had the problem, that the lacing overlapped on my shoulders height. And in the lower back the lacing was to wide, so I added a new tab and give it more width with it. And in the upper part I reduced the width. Also the strap was not in the right place, so I moved it more to the front.

Als Material habe ich mich für drei Lagen entschieden. Eine Lage Baumwolle und eine Lage Coutil ergeben das Futter und eine Lage braune Baumwolle den Außenstoff. Bei meinem ersten Versuch hatte ich Baumwolle, Coutil und dickes Wäscheleinen, allerdings ist meine Nähmaschine daran gescheitert und hat nicht mehr sauber genäht.

I choose three layers as material. One layer cotton and one layer coutil as lining for the boning. And one layer of brown cotton as top fabric.

Links: Ich übertrage die geplanten Nähte mit einem Stoffmarker (der nach einiger Zeit verblasst) – Rechts: Alle Lagen werden an verschiedenen Stellen mit einer Nadel fixiert. Schöner wären natürlich Heftnähte…
Left: I mark the seams with my fabric marker on the top fabric – Right: All layers are fixed with some needles, tack stitches would be better…

Um möglichst schöne Nähte zu bekommen, habe ich alles auf den Oberstoff gezeichnet und genäht. Erst nähe ich die Vorderseite innen zusammen, danach werden jeweils eine Naht der Streben genäht. Damit der Tunnel später nicht zu eng ist, schiebe ich den Stäb ein, fixiere ihn mit einigen Nadeln und nähe mit dem Reißverschlussfuß knapp entlang. Vorsicht mit den Stahlstäben – ein unvorsichtiger Stich und die Nadel bricht. Um besser nähen zu können, ziehe ich den Stab nach dem Nähen immer heraus.

I marked everything on the top layer to become nice seams. I sew just one seam of a tunnel, then put the boning in and use the zipper foot to finish the tunnel. With this trick, the tunnel is not to tight. After that I pull out the boning and do the next tunnel. Take care of steel boning – it breaks your needle if you sew on it.

Um später ein möglichst schöne Nähte zu bekommen, vernähe ich den Faden nicht wie üblich, sondern schneide ihn großzügig ab und ziehe ihn dann auf der Innenseite der Schnürbrust heraus um ihn mit dem Unterfaden zu verknoten.

I do not stitch up the seams as usuall with the machine – I cut the threads and pull the upper thread to the inside of the stays and knot it with the lower thread.

Als nächstes gehts ans Ösen sticken. Da ich Front- und Rückenschnürung habe, sind es doppelt so viele. Eigentlich mache ich das ja gern, aber die Stofflagen sind so dick, dass ich teilweise mit der Zange die Nadel durchziehen muss, weil meine Finger es nicht schaffen.

Now it is time for eyelets. I have a front and back lacing so I had to do twice at much. Actually I love doing eyelets, but the fabric layers are so strong, that I had to use a pliers to get the needle through.

Das hier ist ein Bild der ersten Schnürbrustversion, darum auch anderes Garn. Hier hatte ich schon ein Futter innen dagegen gelegt, dass bei der zweiten Version fehlt. / This picture shows my first version (with different thread color and a extra lining)

Dann wird alles verstabt. Ich habe eine Mischung aus 10mm Stahlband und Kabelbinder verwendet, da Kabelbinder allein bei mir nicht genug stützt. Von Endkappen habe ich diesmal abgesehen und alles mit Tape abgeklebt. Die Kabelbinder könnte man auch anschmelzen, allerdings habe ich darauf verzichtet.

Now I added the boning. I mixed 10mm steel boning with cable ties (because just cable ties does not support as much as I want). I used tape for the ends, also for the cable ties, but they can also be melted.

Das Tape darf nicht zu dick gewickelt werden, sonst passt der Stab nicht mehr in den Tunnel. / If the tape is to thick, the boning will not fit the tunnel.

Dann heißt es: erste Anprobe. An diesem Punkt ist meine erste Version gescheitert. Ich hatte blöderweise die Nahtzugabe in der Skizze auch verstabt und darum war sie zu weit, außerdem war der Rücken immernoch nicht gut angepasst – das habe ich mit der zweiten Version dann behoben. Dennoch ärgerlich, denn da stecken ja schließlich zwei verlorene Tage Arbeit drin. Zumindest konnte ich das Boning von der alten Schnürbrust gut für die neue verwenden und musste nur minimal was nachbessern.

And after all this work it is the first time to put the stays on and see if it fits. At this point my version number one died. I lost two days with sewing them, but I am happy with the second version, because I could optimate some things and it fits so much better!

Die eigentlich schlimmste Arbeit: Mit einem Schrägband alles einfassen. Um zu verhindern, dass die Stäbe in das Schrägband rutschen habe ich die Tunnel vorher alle zugenäht. Nervenraubend sind vorallem die Zaddeln, da man die Kurven nur schwer schön gelegt bekommt. Ich habe alles von Hand aufgenäht, damit es wirklich schön liegt und keine Falten entstehen.

This is the worst part of doing stays: add the bias tape. I sew all around the stays to prevent that the boning slips into the bias tape. It takes a lot of time (and nerves!) to sew the bias around the tabs. I did it all with hand stitches to get a nice and smooth result.

Und damit ist sie dann fertig. Ich habe mich für ein schönes farbiges Band entschieden, damit das Braun nicht ganz so trist wirkt. Und muss sagen der Tragekomfort ist da und trotz doppelter Arbeit bin ich sehr zufrieden. Drei Tage habe ich für die zweite Version benötigt, also bin ich doch relativ flott durchgekommen.
Ich werde sie in den nächsten Tagen gut eintragen und kann es nicht erwarten sie das erste Mal auszuführen.

And with that they are finished! I choose a coloured ribbon to break the dreary brown shade. The stays are very comfy and I just needed three days for the second version. I will wear them the next days to give them a shape.


TUTORIAL: Habit Shirt

Das Riding Habit Shirt ist wie der Name schon sagt ein Teil der Reit- / Reisekleidung. Es wird zwischen Schnürbrust und Weste getragen, daher sind nur Ärmel- und Kragenrüschen zu sehen. Da Reitkleidung sich an der Herren- bzw. Militärmode orientiert, gleicht der Aufbau des Habit Shirts einem Herrenhemd.

The Riding Habit Shirt is part of a riding / traveling outfit. It is worn between stays and waistcoat, so the ruffles of the sleeves and the neckline can be seen only. Riding Habits are inspired by mens and military fashion. The construction of the shirt is similiar to a mans shift.

MATERIAL

* weißer Batist/Voile/dünne Baumwolle / Musselin
* 130 – 150 cm weißes Band (z.B. Haushaltsband)

* white Batist / Voile / Cotton / Musslin
* 130 – 150 cm Ribbon

HERSTELLUNG / HOW TO DO

Ich habe nirgendwo eine Schnittvorlage gefunden, darum habe ich selbst meinen Schnitt konstruiert. Auf dem Bild habe ich alle Maße eingetragen. Wer eine Größe 36/38 trägt, kann die Maße sicherlich ohne große Abweichung verwenden können. Ansonsten muss dementsprechend erweitert werden. Ich empfehle ein Probestück zu erstellen und daran die dementsprechenden Anpassungen zu machen. Auf jedenfall überprüft werden sollte die Ärmellänge und Weite am Handgelenk, sowie die Kragenweite und Brustweite.
Alle Verbindungsnähte werden mit Kappnähten genäht, alle Saumnähte mit dem Saumstich.

I haven‘t found any pattern of a shirt, so I had to construct my own pattern. On the picture you can see my construction and all my measures. If you wear a german size 36/38, you can use this with little adjustment. Otherwise you have to extend. Controll if sleeve length, cuff width, collar width and bust width ar fitting. I recommend a sample piece to get the perfect fit.
All connecting seams are sewn with a flat felled seam, all other seams with a hem stitch.

Mein konstruierter Schnitt mit allen Längen. Klick für größere Auflösung./ My pattern with all lengths. Click for larger picture.

#01 Setze zuerst die Keile in das Schulterstück ein. Dieses widerum werden an die beiden Hauptteile angesetzt. Im Hauptteil kann gleich der Schlitz eingeschnitt werden – so kann das Shirt auch während dem Nähens schon immer wieder anprobiert werden. Der Keil bewirkt, dass der Kragen nicht zu eng wird.

#01 First insert the neck gussets into the shoulder pieces. With the gusset the collar will get wider. Insert the shoulder piece between the front and back bodice. You can also cut the opening in the center of the front bodice so you can try the shirt on.

Das fertig eingesetzte Schulterstück.

#02 Nun wird der Kragen angesetzt. Dafür wird der komplette Ausschnitt (auch die Keile) sauber gerüscht und an den Kragenteil genäht.

#02 Gather the neckline (the gusserts too) and add the collar.

#03 Der Ärmel wird zusammengenäht, dabei bleibt unten ein Spalt von etwa 10cm offen und im oberen Teil wird der Armkeil eingesetzt. Dann kann der Ärmel an das Hemd gesetzt werden. Ich habe den Ärmel an der Oberseite etwas eingereiht, damit er dort mehr Volumen bekommt. Wer nicht ganz so viel Ärmelweite möchte, muss die Breite der Ärmel nur veringern und kann sie ohne Rüschen anbringen.

#03 Sew the sleeves together. Leave the seam at the wrist end open for about 10 cm and add on the other side the underarm gussets. Now you can sew the sleeve to your shirt. I gathered the sleeve on the shoulder to get more volume. If you want to have a tigther sleeve, then short the sleeve width an sew it on without any gathering.

Mein Ärmelabschluss. Ich habe leider noch keine kleinen authentischen Knöpfe gefunden, sobald ich welche habe, werde ich sie ersetzen. / My finished sleeve. The buttons are not authentic but will be replaced when I find some new.

#04 Der untere Ärmelteil wird gerüscht und das Armband darübersetzt. Dort werden später die Knöpfe befestigt.

#04 Gather the lower sleeves and attach the armband, that is later closed with a button.

#05 Die Rüschenbänder werden versäumt und an dem Ärmelabschluss und dem Kragenschlitz angesetzt. Am Rückenteil wird zudem unten ein Tunnel genäht, durch den das Haushaltsband gezogen wird. Damit wird der Habit zugebunden und fixiert. Alle bisher noch offenen Säume können jetzt geschlossen werden.

#05 Add the ruffles to collar and armband. Sew a tunnel at the bottom of the back bodice and insert the ribbon to tie up your shirt. Close all open seams.

Hier sieht man den seitlichen Schlitz und das Tunnelband. / The side view of the shirt. It shows the tunnel for the ribbon and the open space between front and back.

#06 Nun fehlen nur noch die Knopflöcher und Knöpfe. Am Armband können 1 oder 2 angebracht werden (je nachdem wie breit das Armband ist). Am Kragen oben genügt ein Knopf.
Optional können auch die Rüschen am Auschnitt weggelassen werden.

#06 Now sew the buttonholes. For the armband sew one or two holes, for the collar you just need one. The collar ruffles can be missed out if you don‘t want them.

Mein Ausschnitt hat keine Rüschen, dafür einen sehr hohen Kragen. / My collar without any ruffles.

Die Vorderansicht des fertigen Shirts. / The front of the finished habit shirt

Das fertige Shirt von hinten. / The back of the finished shirt.

TUTORIAL: Bergère

Der wohl beliebteste Hut im 18. Jahrhundert war die Bergère (französisch = Schäferin). Eigentlich ein Hut der arbeitenden Bevölkerung, wurde der Hut im Sinne der „Schäferromantik“ auch beim Adel populär. Klassisch war der Hut ein Rad aus Stroh und hatte eine kleine flache Krone. Die Oberschicht trug aber auch gerne in edlen Stoffen bezogene Exemplare.

The most popular hat of the 18th century was called bergère. (french = shepherdess) Actually this was the hat style of the working class, but with the upcoming passsion for the shepherdess style the hat became popular in the Upperclass. It was a straw wheel with a shallow crown. The upperclass had also examples made of expensive fabrics.

MATERIAL

* Hutstroh oder 1-2 Tischset
Hutstroh ist teilweise schwer zu bekommen, aber wer welches findet oder Reste hat, kann sich so einfach einen großen Teller nähen. Meine Exemplare haben meist einen Durchmesser von 40cm – 50cm.
Eine beliebte und effektive Möglichkeit sind runde Tischsets aus Stroh. Die gibt es bei Inneneinrichtungshäusern, Baumärkten und Dekoshops – wichtig dabei ist: sie sollten aus echtem Stroh bestehen. (wenn ihr euch unsicher seid: riecht daran – Stroh hat immer einen Eigengeruch)
Wer seinen Hut ohnehin beziehen möchte kann Buckram oder ähnliche feste Materialien verwenden und die Krone nähen. (Definitiv der höhere Aufwand)
Wer nur Kunststoffsets findet kann diese natürlich mit Draht verstärken (dazu im Zickzackstich den Draht auf der ganzen Hutfläche anbringen). Damit kann der Hut auch geformt werden und ist etwas stabilisiert – so fest wie ein Strohhut wird er aber nicht werden.

* Hat Straw or 1-2 table mat
It‘s difficult to buy hat straw, if you have some you can easily sew a round plate. My examples have often diameters of 40 – 50 cm.
A good alternative is a table mat made out of straw. You can find them in craft shops, hardware houses or decoration stores – just make sure that it is made of real straw (if you are not sure: straw smells!) If you want to cover your hat with fabric, then buckram or similiar materials can be used, but you have to sew the crown by hand. (extra effort)
You can also use plastic table mats, but then you have to stabilise it with wire. (use the zig zag stitch to fix the wire) But it will never be as solid as a real straw hat.

HERSTELLUNG / HOW TO DO

#01 Legt zuvor fest, wie groß euer Hut werden soll. Es gab sowohl kleine, als auch riesige Hüte – am besten bekommt man ein Gefühl, wenn man sich die Haare leicht macht und den Hut an den Kopf hält. Gerade bei einer großen Perücke kann ein Hut sehr schnell klein und verloren wirken. Sollte er euch zu klein sein, trennt vom zweiten Tischset einige Bahnen auf und näht sie an den bestehenden an. Stroh kann man übrigens mit der Nähmaschine nähen.

#01 First think about the size the hat should get. If you‘re not sure, just do your hair (or your wig) and put your unfinished straw hat on it. With a big wig a small hat could easily look little and poor. If it seems to small, undo the second table mat and sew the straw cord around the first mat until you get you‘re favorite size. Straw can simply be sewn by your sewing machine.

Mein Rohling besteht aus Palmenblättern, ein sehr leichtes Material. Ich habe in etwa 4 Bahnen ergänzt.
My blank hat is made out of palm leaves, a very light material. I added about 4 rounds.

#02 Sucht euch eine runde Dose und feuchtet euer Stroh in der Mitte an. Stülpt den Hut über die Dose, damit eine Krone entsteht. Bindet einen Faden um die Krone, damit der Hut nicht in seine Ursprungsposition zurück kann und lasst ihn trocknen. Meine perfekte Dose ist übrigens meine Body Creme mit einem Durchmesser von 10cm.

#02 Use a round shaped box to form the crown. Wet the center of your hat and put it over your box. Tie a string around to fix it and let it dry. My perfect box is my body butter box with a diameter of 10cm.

links: der Hut von unten während dem Trocknen – rechts: die Krone in trockenem Zustand. / left: the bottom while drying – right: the crown already dry.

#03 Falls ihr den Hut schlicht wollt, dann seid ihr jetzt fertig, oder ihr möchtet noch dekorieren: dann fängt der Job gerade erst an! Ich hole immer meine Dekokisten heraus und probiere viel aus. Passend zum Kleid kann das ein farbiges Band sein, nur gebunden, gerafft oder in Falten, vielleicht einige Schleifen? Kunstblumen geben dem Hut einen sommerlichen und verspielten Charme (aber Achtung – die sind meist schwer, testet wie „stark“ euer Hut ist, nicht dass er durchhängt). Und natürlich sehr beliebt: Federn in allen Farben und Formen – unterschätzt nicht wie viel man davon brauchen kann!

#03 If you want a clean hat, than you‘re now finished. If you want some deocoration, you can start beeing creative. Try many things and try to fit it to your dress. A ribbon, maybe ruffled or with a bow? Some feathers? Or flowers? (take care: plastic flowers have a lot of weight – is your hat strong enough?)

Mein fertig dekorierter Hut. / My finished decorated hat.

TRAGEWEISE / HOW TO WEAR

Der Hut konnte auf verschiedene Arten getragen werden:
# mit einer Hutnadel
# mit einem Band am Hinterkopf
# mit einem Band unter dem Kinn

Bei der Bandversion lief das Band entweder über die Hutkrone und verformte den Hut leicht, oder es war unter der Hutkrone angebracht und der Hut behielt seine ursprüngliche Form. Am Hinterkopf gebunden ist eigentlich relativ sicher. Unter dem Kinn ist die sicherste Variante und wurde wohl vorwiegend von der arbeitenden Bevölkerung getragen, denn bei starkem Wind hält der Hut dann trotzdem. Es gab sicherlich auch Variationen mit Band und Nadelkombination.

You could wear your hat with a hatpin or a ribbon in the back of your head or a ribbon under your chin. If you choose a ribbon you can tie it over the crown (changes the shape of the hat a bit) or you can attach it at the hat bottom. Wearing the ribbon in the back is very secure. Wearing the ribbon under your chin is only neccessairy if you work and move your head a lot. (or it is very windy) A combination of hatpins and ribbons were also common.

Eine schlichte Version mit einem Band aus dem Reststoff des Rockes. / A simple version with a ribbon made out of the skirt fabric.

Hier trage ich den Hut auf einer Haube nur mit einem Band am Hinterkopf befestigt. / Wearing the hat over my cab with a ribbon.

Dieser Hut ist komplett mit schwarzem Filz bezogen und hält mit einer Hutnadel. / This hat is covered with black felt and fixed with a hatpin.

Riding Habit um 1780

Ein Riding Habit stand schon lange auf meiner Liste und zum letzten Wochenende hatte ich ihn das erste Mal an. Er besteht aus einem Habit Shirt, einem Waistecoat, sowie Jacke und Rock.
Das Shirt, bzw. die Bluse ist aus einem weißen Batist. Die Weste hat eine Front aus hellblau-weiß gestreifter Baumwolle und einen Rücken aus natufarbenem Leinen. Die Jacke ist aus dünner, dunkelblauer Wolle. Ich trage ein großes Pokissen, das ich extra dafür angefertigt habe und zwei Unterröcke aus Leinen und Baumwolle darunter.

Last weekend I was wearing my riding habit the first time. The outfit includes a habit shirt, a waistecoat, a jacket and a skirt. For the shirt I used a white batiste, for the waistecoat a blue-white striped cotton and creme linen in the back, and for the jacket I found some thin, darkblue wool. I‘m wearing a big bum pad and two other skirts made out of linen and cotton under it.


Inspiriert war ich von vielen verschiedenen Gemälden und natürlich auch von einem Outfit aus dem Film „Die Herzogin“. Zufällig habe ich nämlich Kunstfell in einem tollen Braunton gefunden, aus dem ich meinen Muff gefertigt habe. Dementsprechend musste ich natürlich meinen Zuspruch für die Whigs verkünden!

I got inspired by different paintings and (of course) the movie „The Duchess“. Luckily I found a fake fur in a great shade of brown and I had to make a muff out of it! Now I can support the whig party!!

Aus Zeitgründen fehlen noch einige Sachen, denn ich möchte noch sichtbare Handnähte anbringen und das Ärmelfutter fehlt noch. Ansonsten bin ich sehr zufrieden, denn das Outfit ist super bequem. Damit ich auch an kälteren Tagen damit raus kann möchte ich noch einen passenden Umhang mit warmem Futter und passender Pelzborte nähen.

Unfortunately I hadn‘t enough time to finish everything, so some things are missing for example the sleeves lining or the handstitchs all around. Apart from that I‘m very satisfied and it is so comfortable to wear! I want to sew a matching cape with a warm lining and some fake fur trimming.


Außerdem habe ich mir einen neuen Hut gemacht, der schon lange auf meiner Favoritenliste steht und zu dem mir immer das passende Outfit gefehlt hat. Eine Anleitung dazu kommt, sobald meine überarbeiteten Anleitungsseiten wieder online gehen.

That is my new hat – it was such a long time on my sewing list and I think it fits very well. I will write a tutorial if I can find a little time for it.

Die Outlander sammeln Maroni…

Wieder einmal war ein Treffen in Heidelberg, diesesmal auf dem Heiligenberg bei der Thingstätte und den dortigen Ruinen. Unser Gruppenmotto war Outlander, weil wir alle fleißig Kostüme genäht hatten, aber noch keinen richtigen Anlass zum Ausführen hatten – welcher Monat bietet sich da besser an, als der Oktober um das schöne Highlandwetter zu haben? Obwohl es morgens bei mir noch in Strömen geregnet hat und ich schon dachte, das fällt alles buchstäblich ins Wasser (ich hatte innerlich schon Alternativpläne geschmiedet) hatte sich das Wetter bis zum Mittag beruhigt und die Sonne war teilweise so stark, dass wir richtig zu schwitzen anfingen.

Again there was a costume meeting in Heidelberg, this time on the „Heiligenberg“ near the „Thingstätte“. The motto was „Outlander“, because we all had finished Outfit but never had the chance to wear it. Best month for this theme is October with its great highlander weather. In the morning it was raining and we thought we had to meet somewhere else, but at noon it was getting better, the sun cames out and burned at us. (it was really hot for October!)

Mein Outfit bestand aus einem karierten Wollrock, einem Unterrock aus Leinen, meiner blauen Leinenjacke mit Schnürung, sowie einem Fichu, Mitts, Stulpen an den Beinen und einem Wollschal. Zudem habe ich auf die Strümpfe verzichtet und gleich eine warme Strumpfhose angezogen, und mein Wollcape war natürlich auch dabei, wurde aber nicht fotografiert – weil zu dem Zeitpunkt ging es gut ohne Cape. Ich bin froh, dass ich mich für genau die richtige Menge Kleidung entschieden habe…wäre es allerdings kälter gewesen, hätte ich durchaus noch einen wärmeren Unterrock benötigt und da wäre eine Jacke aus Wolle vielleicht auch gut gewesen – das sollte ich dringend mal auf meine Liste setzen…bald ist Stoffmarkt vielleicht finde ich ja was Feines…

My outfit includes a woolen skirt, a linen underskirt, a blue linen jacket with lacing in the front and fichu, mitts and my wool scarf. I had also my woolen cape with me, but most of the time it was warm enough to walk without. It was very comfortable and warm, but with a colder weather this outfit wouldn‘t be warm enough. Maybe I should add a woolen jacket on my sewing list…in some weeks comes the fabric market, maybe I can find some wool fabric there…


Sortieren und Posieren – das sieht auf den Bildern immer so easy aus, aber mit den Röcken ist das manchmal gar nicht so einfach…

Ich muss sagen ich bin regelrecht von diesem Jackenschnitt begeistert – meine rostrote Leinenjacke und die Blumenjacke basieren auf dem gleichen Schnitt und ich merke immer wieder wie bequem dieser Schnitt ist. Ich kann mich super bewegen, die Ärmel lassen viel Freiheit und durch die Schnürung bekommt man das Oberteil ganz schön anliegend geschnürt, ohne vorne mit Nadeln das irgendwie zustecken zu müssen…ich kann das nur empfehlen und werde sicherlich irgendwann nochmal eine Schnürjacke fertigen…

I have to say that I love my jacket pattern. My flower jacket and the red linen jacket also based on it and they are all so comfortable. I can move so well in it, the sleeves are perfect and with the lacing in the front the jacket fits very smooth – this will not be my last jacket with lacing.

Unsere Outlandertruppe – leider waren aufgrund von Abwesenheit und Krankheit einige Männer verhindert – das sollte aber im nächsten Jahr besser sein!

Nach dem anstrengenden Aufstieg auf den Berg wurde erstmal das Picknick aufgebaut und wir konnten uns in Ruhe stärken. Es gab allerlei Köstlichkeiten, von erfrischenden Gurken-Sandwiches bis hin zum versunkenen Apfelkuchen – unsere Mrs Fitz hatte ihrem Namen alle Ehre gemacht.

The way up was exhausting, so on the top of the hill it was time to build up the picknick. We had so many delicious selfmade things to eat! There were cucumber sandwiches, an old apple cake recipe, vegetable pies and more – our Mrs Fitz was very satisfied! Just porridge was missing…

Gestärkt haben wir dann ganz viele Fotos gemacht, diese Ruine war wirklich die perfekte Kulisse und da waren bei jedem wunderbare Fotos dabei – die Männer musste man zwar zwingen, aber die Mühe lohnte sich!

With new energy we did some photos in the ruins, that was the perfect setting! We had to force our gentlemen to come with us and assist, but it was worth it!


Eigentlich hatten wir ja vorgehabt Maroni zu sammeln, wie schon im Jahr zuvor – doch uns waren viele Andere zuvor gekommen…es lagen leider nur noch die leeren Schalen auf dem Boden und die wenigen die wir gefunden haben waren wirklich sehr, sehr klein. Naja dafür haben wir trotzdem viel Spaß gehabt und ich kann es kaum erwarten meine neuen Nähideen umzusetzen.

Actually we wanted to collect some maroni like the year before, but this time so many people were on this hill and all maronis were already collected. However – it was such a great day and I have so many new ideas what I have to sew…

Löwenzahn sammeln

Vergangenes Wochenende war ich wieder mal im schönen Heidelberg und habe zusammen mit einigen anderen einen schönen Spaziergang gemacht und dabei Löwenzahn gesammelt, aus dem wir nachmittags ein leckeres Pesto gekocht haben.
Mein Ensemble bestand aus der rostroten Leinenjacke, einem sandfarbenem Baumwollrock, meinem Wollcape und den Wollmitts (die ich in aller Eile und vor lauter Furcht vor kaltem Wetter noch in der Nacht vorher genäht habe). Das Wetter war uns aber so gnädig, dass ich sogar die meiste Zeit auf das Cape verzichten konnte.

Wir waren auf dem Ehrenfriedhof der Stadt unterwegs – da waren zum Glück nur wenig Leute, dafür aber ganz viel Löwenzahn! Wenn man so direkt vor den Blättern sitzt, ist man sich plötzlich nicht mehr sicher, was alles Löwenzahn ist und was Unkraut…und vorallem: wieviel Blätter ergeben 50g? Wir waren so eifrig, dass wir auf 170g später kamen, also hätten wir Pesto für zehn Leute mehr machen können.

Später im Wald stellte sich dann wieder die Komplikation: enge Wege mit Brombeeren vs. lange Röcke. Ich habe auf die Löcher verzichtet und mich mühevoll befreit. (um mich dann einen Schritt weiter wieder zu verfangen…)

Hier noch unser verwendetes Rezept zum nachmachen – das ist sehr herb im Geschmack, wer das mag sollte es unbedingt ausprobieren!

Löwenzahnpesto
– 50g Löwenzahn
– 50g Mandeln
– 50g Emmentaler (gerieben)
– 2 Zehen Knoblauch
– 6 EL Olivenöl
– 1/2 Zitrone (gepresst)
– Salz/Pfeffer

Das ganze zusammen klein mixen und dazu Spaghetti – ein Traum!