Die Outlander sammeln Maroni…

Die Outlander sammeln Maroni...

Wieder einmal war ein Treffen in Heidelberg, diesesmal auf dem Heiligenberg bei der Thingstätte und den dortigen Ruinen. Unser Gruppenmotto war Outlander, weil wir alle fleißig Kostüme genäht hatten, aber noch keinen richtigen Anlass zum Ausführen hatten – welcher Monat bietet sich da besser an, als der Oktober um das schöne Highlandwetter zu haben? Obwohl es morgens bei mir noch in Strömen geregnet hat und ich schon dachte, das fällt alles buchstäblich ins Wasser (ich hatte innerlich schon Alternativpläne geschmiedet) hatte sich das Wetter bis zum Mittag beruhigt und die Sonne war teilweise so stark, dass wir richtig zu schwitzen anfingen.

Mein Outfit bestand aus einem karierten Wollrock, einem Unterrock aus Leinen, meiner blauen Leinenjacke mit Schnürung, sowie einem Fichu, Mitts, Stulpen an den Beinen und einem Wollschal. Zudem habe ich auf die Strümpfe verzichtet und gleich eine warme Strumpfhose angezogen, und mein Wollcape war natürlich auch dabei, wurde aber nicht fotografiert – weil zu dem Zeitpunkt ging es gut ohne Cape. Ich bin froh, dass ich mich für genau die richtige Menge Kleidung entschieden habe…wäre es allerdings kälter gewesen, hätte ich durchaus noch einen wärmeren Unterrock benötigt und da wäre eine Jacke aus Wolle vielleicht auch gut gewesen – das sollte ich dringend mal auf meine Liste setzen…bald ist Stoffmarkt vielleicht finde ich ja was Feines…


Sortieren und Posieren – das sieht auf den Bildern immer so easy aus, aber mit den Röcken ist das manchmal gar nicht so einfach…

Ich muss sagen ich bin regelrecht von diesem Jackenschnitt begeistert – meine rostrote Leinenjacke und die Blumenjacke basieren auf dem gleichen Schnitt und ich merke immer wieder wie bequem dieser Schnitt ist. Ich kann mich super bewegen, die Ärmel lassen viel Freiheit und durch die Schnürung bekommt man das Oberteil ganz schön anliegend geschnürt, ohne vorne mit Nadeln das irgendwie zustecken zu müssen…ich kann das nur empfehlen und werde sicherlich irgendwann nochmal eine Schnürjacke fertigen…

Unsere Outlandertruppe – leider waren aufgrund von Abwesenheit und Krankheit einige Männer verhindert – das sollte aber im nächsten Jahr besser sein!

Nach dem anstrengenden Aufstieg auf den Berg wurde erstmal das Picknick aufgebaut und wir konnten uns in Ruhe stärken. Es gab allerlei Köstlichkeiten, von erfrischenden Gurken-Sandwiches bis hin zum versunkenen Apfelkuchen – unsere Mrs Fitz hatte ihrem Namen alle Ehre gemacht.

Gestärkt haben wir dann ganz viele Fotos gemacht, diese Ruine war wirklich die perfekte Kulisse und da waren bei jedem wunderbare Fotos dabei – die Männer musste man zwar zwingen, aber die Mühe lohnte sich!


Eigentlich hatten wir ja vorgehabt Maroni zu sammeln, wie schon im Jahr zuvor – doch uns waren viele Andere zuvor gekommen…es lagen leider nur noch die leeren Schalen auf dem Boden und die wenigen die wir gefunden haben waren wirklich sehr, sehr klein. Naja dafür haben wir trotzdem viel Spaß gehabt und ich kann es kaum erwarten meine neuen Nähideen umzusetzen.

Löwenzahn sammeln

Löwenzahn sammeln

Vergangenes Wochenende war ich wieder mal im schönen Heidelberg und habe zusammen mit einigen anderen einen schönen Spaziergang gemacht und dabei Löwenzahn gesammelt, aus dem wir nachmittags ein leckeres Pesto gekocht haben.
Mein Ensemble bestand aus der rostroten Leinenjacke, einem sandfarbenem Baumwollrock, meinem Wollcape und den Wollmitts (die ich in aller Eile und vor lauter Furcht vor kaltem Wetter noch in der Nacht vorher genäht habe). Das Wetter war uns aber so gnädig, dass ich sogar die meiste Zeit auf das Cape verzichten konnte.

Wir waren auf dem Ehrenfriedhof der Stadt unterwegs – da waren zum Glück nur wenig Leute, dafür aber ganz viel Löwenzahn! Wenn man so direkt vor den Blättern sitzt, ist man sich plötzlich nicht mehr sicher, was alles Löwenzahn ist und was Unkraut…und vorallem: wieviel Blätter ergeben 50g? Wir waren so eifrig, dass wir auf 170g später kamen, also hätten wir Pesto für zehn Leute mehr machen können.

Später im Wald stellte sich dann wieder die Komplikation: enge Wege mit Brombeeren vs. lange Röcke. Ich habe auf die Löcher verzichtet und mich mühevoll befreit. (um mich dann einen Schritt weiter wieder zu verfangen…)

Hier noch unser verwendetes Rezept zum nachmachen – das ist sehr herb im Geschmack, wer das mag sollte es unbedingt ausprobieren!

Löwenzahnpesto
– 50g Löwenzahn
– 50g Mandeln
– 50g Emmentaler (gerieben)
– 2 Zehen Knoblauch
– 6 EL Olivenöl
– 1/2 Zitrone (gepresst)
– Salz/Pfeffer

Das ganze zusammen klein mixen und dazu Spaghetti – ein Traum!


Zu Gast in Wackershofen Anno Domini 1757

Zu Gast in Wackershofen Anno Domini 1757

Letztes Wochenende waren meine Schwester und ich in Schwäbisch Hall zu Gast im Freilandmuseum, in welchem eine Museumsbelebung statt fand und wir dachten wir beleben das ebenfalls ein wenig, indem wir unsere Kostüme raus kramen und ein bisschen die dortigen Straßen bewandern. Das Museum ist schon seit langem ein kleiner Lieblingsort von mir, denn hier sind sehr liebevoll alte Häuser aus der Umgebung im Original umgesiedelt worden und das Museumsgelände ist rießig, sodass schöne Streuobstwiesen und Kuhweiden zwischen den Häusern liegen.

Zum Glück hatte unser Chauffeur Dienst und wir konnten schon im Kostüm anreisen – in der Ikeatasche sind unsere Fichus, Hüte und die Notfall-Capes (morgens war das Wetter nämlich sehr trüb und es hatte nur 14 Grad – da wussten wir noch nichts von dem kommenden Sonnenschein)
Auf dem Museumsgelände trafen wir später auf Fjalladis (von fjalladis.de) und Patty Coat und flanierten ein wenig und bewunderten die schönen Häuser – wir wären wahrscheinlich alle sofort eingezogen, wären nicht ständig die Museumsbesucher vorbei gekommen…

Ich war hellauf begeistert, es war ein wirklich toller Tag mit Sonne aber nicht all zu heiß, sodass es gerade so auszuhalten war. Das Gelände dort ist super schön – ich kann das jedem nur ans Herz legen und alle Häuser waren geöffnet, so dass es viel zu entdecken gab. Man konnte den Darstellern beim Arbeiten über die Schulter sehen, wir durften selbstgebackenen Kuchen aus einem alten Ofen probieren und hatten wirklich tolle Gespräche mit einigen Leuten, die uns dem Reenactment näher gebracht haben, mit dem ich bisher noch keinen richtigen Kontakt hatte, aber mich schon immer gereizt hat.

Meine Schwester hatte meine Outlander-Jacke aus Leinen an, dazu einen beigen Leinenrock und eine lachsfarbene Schürze (ebenfalls aus Leinen) die wirklich wunderbar zum Outfit gepasst hat. Dazu meine Bergere, die ich zum Rokoko Picknick anhatte, allerdings mit weniger Dekoration. Fatal wie sich herausstellen sollte, denn der Hut ist so leicht, dass er bei den Windböen trotz Band nicht halten wollte. Hutnadel schied aus, weil sie durch die Haube gegangen wäre und wir Angst vor Löchern hatten, darum hatte sie ihn die meiste Zeit in der Hand.
Ich hatte ebenfalls ein Leinenensemble: eine rostrote Jacke, einen blauen Rock, sowie einen beigenen Unterrock (der eigentlich für etwas anderes gedacht war und länger als gedacht war, sodass er doch unten rauslugte…im Nachhinein nicht so schlimm aber eben auch nicht beabsichtigt…) und eine graue Schürze. Dazu eine gröbere Strohbergere (die schwer und damit gut gehalten hat) und ebenfalls eine Haube.


Picknick im Blühenden Barock

Picknick im Blühenden Barock

Letztes Wochenende fand im Ludwigsburger Schlossgarten (Blühenden Barock) ein großes Picknick im Stile des 18. Jahrhunderts statt. Seit drei Jahren organisiert die Kostümgruppe Teatro Veneziano dieses kleine Event und nur durch Zufall bin ich über diese Veranstaltung gestolpert und dachte – warum nicht…ist ja schließlich direkt vor der Haustür. Zudem habe ich ja ein Outfit das noch ungetragen im Schrank hängt und nur darauf wartet endlich ausgeführt zu werden, nämlich meine Blumenjacke um 1780.

Dank meines Chauffeurs ging es nicht nur direkt vor die Hütte, sondern ich hatte auch einen zeitgemäßen großen Korb für meine Leckereien. Limonade, Kirschkuchen und Flachswickel, sowie Decken zum Sitzen und Abdecken der Tupperdosen (wie um Himmels willen haben die Leute damals ihren Kuchen transportiert?) hatte ich eingepackt und damit war der Korb voll und schwer.
Zeitgleich war das der Testlauf für meine neuen braunen Rokoko-Schuhe mit rutschiger Ledersohle – da merkt man wie glatt der Steinweg vor dem Schloss durch die Zeit geworden ist, ich hatte kaum Halt und habe mich nur auf dem Kies fortbewegt und dabei hatte ich die Sohlen schon angeschliffen und eingelaufen…trotzdem waren sie sehr bequem und ich hatte weder blutige Stellen noch Blasen, defintiv ein Pluspunkt!

Das Picknick war wirklich sehr groß. Etwa 50 kostümierte Leute waren anwesend. Einige zwar in nicht ganz so authentischem Look, aber das Bild war trotzdem sehr stimmig, alles in Pastelltönen und eben im passenden Ambiente. Aufgrund der anstrengenden Haltung beim auf dem Boden sitzen (und den Strumpfbändern) sind uns ständig die Beine eingeschlafen, sodass wir im nächsten Jahr auf jedenfall Tisch und Stühle mitbringen.
Dafür haben wir uns schön die Beine im Park vertreten können und es sind ein paar schöne Fotos entstanden.

Da mir die Jacke irgendwie noch zu langweilig schien habe ich ein paar Schleifen auf die Front genäht, die trotz nächtlicher Arbeit halbwegs gerade sitzen. Die gleiche Farbe ziert der Hut, den ich auch einen Tag vorher noch fertig bekommen habe. Eine Anleitung dazu wird es in der nächsten Zeit geben, ich habe nämlich brav alle Arbeitsschritte dokumentiert.

Ausserdem habe ich eine neue Chemise mit einem Rüschenkragen, der ebenfalls nochmal etwas Pepp ins Outfit bringt – auch dazu werde ich bei Zeiten mal einen extra Beitrage erstellen, ich habe nämlich die Nacht zuvor nochmal die Rüschen verkleinert, weil sie zu breit waren und das Ganze irgendwie nach billiger Mittelalter-Pseudo-Bluse aussah, doch verkürzt gefällt es mir besser und ich bin froh, dass ich die Mehrarbeit auf mich genommen habe.

Schnürbrust nach Diderot

Schnürbrust nach Diderot

Neulich wache ich auf und tatsächlich ist mein Gedanke: heute mache ich eine neue Schnürbrust. Meine Alte ist bequem und passt gut, jedoch sind einige Sachen die mich daran stören, wie z.B. die ungleiche Schnürlücke, das dünne Material usw.

Und wenn ich motiviert in den Tag starte, dann muss man das voll ausnutzen!

SAMSTAG

Ich habe ja einen Schnürbrustschnitt hier liegen und zwar ist der von Diderot, allerdings nur halbverstärkt und ohne diese Querstreben an der Brust. Ich finde die aber ungemein dekorativ und wollte zudem ausprobieren, ob das nicht noch zusätzlich stützt.
Online habe ich diesen Schnitt als Skizze gefunden und einfach frei per Hand das in den Schnittplan miteingemalt. Zudem wollte ich runde Zaddeln (was ich später auch wieder bereuen sollte…), also hab ich die ebenfalls abgerundet und noch einige Streben mehr eingefügt, damit die Zaddeln gefüllt sind und nicht teilweise leer wie auf dem Originalschnitt (da frag ich mich sowieso…warum?)


Alles frei per Hand, darum 20 krumme Striche, aber die letzte Linie zählt ja schließlich ;)

Ich hatte keinen Coutil im Haus, aber ich wollte jetzt auch nicht extra einkaufen gehen, darum hab ich mich für einen dicken Baumwollstoff entschieden, der zudem noch gestärkt war, das sollte für genug Stabilität sorgen. Auf den Stoff hab ich dann die Streben übertragen.


Zunächst war die Front ein Teil, zur einfacheren Verarbeitung habe ich es aber in der Mitte getrennt und später wieder zusammen genäht.

Als Oberstoff wollte ich eigentlich einen hellblauen Blumenstoff nehmen, leider war der noch nicht gewaschen und zudem auch noch sehr dünn, dann ist es also doch ein anderer hellblauer Stoff geworden, der zudem ein wenig mehr Stand hat und so mehr Stabilität hineinbringt.


Die zwei Zwischenstoffe und der Oberstoff ausgeschnitten, gebügelt und bereit zur Weiterverarbeitung.

Die Tunnel habe ich mit der Maschine genäht. Ich hasse es ja mit der Maschine zu arbeiten, gerade bei sowas, denn ich hab immer das Gefühl, es wird nicht sauber. Aber es geht halt um Längen schneller und die wunden Hände sollten später eh noch kommen. Ich habe durch alle drei Lagen genäht und dabei die Kreuzungen von den Querstäben offen gelassen, sodass die Stäbe in verschiedenen Lagen durchgeschoben werden können.

SONNTAG

Nach einer ersten Anprobe muss ich sagen, es könnte was werden…ohne Stäbe ist es natürlich ganz schwer zu sagen, vorallem, wenn man allein ist und es so halb mit den Händen hindrückt und schätzt.

Ich habe fast den ganzen Tag mit Füllen der Tunnel verbracht. Ich habe dicke Kabelbinder dazu verwendet, da der Stahl zum einen nicht durch die Tunnel passen wollte *flöt* und zum anderen dachte ich: es ist jetzt so verstärkt, da dürfte das eigentlich genügen.


Die Innenseite: die Nähte innen habe ich unversäubert gelassen, schließlich kommt noch das Futter darüber.

Die Außenseite: Alle Stäbe laufen durch die zwei Futterlagen, nur die Querstäbe sitzen zwischen Futter und Oberstoff. Ein aufgenähter Tunnel wäre vielleicht die bessere Lösung gewesen, aber durch die Teilung der Front ist die Spannung der Stäbe nur geringfügig, schließlich müssen sie sich nur in eine Seite drehen.

Gefüllt ging es an die nächste Anprobe, auch hier ein ungefähres Schätzen, aber ich muss sagen es fühlt sich alles sehr gut, darum mach ich mir keine Sorgen, dass irgendetwas nicht passt.

MONTAG

Schnürbrust einfassen – richtig! Das war es, was dieses Kleidungsstück so unbeliebt macht -.- Ich wollte eigentlich weißes Schrägband (meine Blautöne haben leider alle nicht gepasst…) aber von weißem hatte ich nicht mehr genug im Haus und wollte nicht dafür extra einkaufen gehen müssen, also wurde es rosa (das lustigerweise von der letzten Schnürbrust noch übrig war…)
Zuerst habe ich das Schrägband in der Mitte gefaltet und auf die Nähte genäht als zusätzliche Entlastung und Zierde. Dann natürlich einmal außenrum und zwar die Außenseite zuerst.


Ich habe versucht die Kurven schön vorzustecken, damit es ein wenig schneller geht…das Band ist so widerspenstig, obwohl ich wirklich alles probiert habe, es halbwegs sauber zu machen…

Nach dem halben Tag war ich einmal außenrum. Für die Innenseite habe ich dann das Futter geschnitten und einfach aufgelegt und mit Nadeln festgesteckt. Jeder zweite Stich beim Festnähen ging durch die Zwischenfutterlage, sodass das Futter an den Nähten und am Rand auch nicht verrutscht und Falten wirft.


Am Rand hab ich das Futter durch das Aufnähen des Schrägbands fixiert, auch hier jeder zweite Stich durchs Zwischenfutter.

DIENSTAG

Mein Ruhetag…ein Wunder, dass meine Finger nicht blutig waren – ich bin ja nicht zimperlich, aber ich konnte keine Nadel mehr durchschieben, weil ich überall offene Stelle oder so wunde Stellen hatte, dass jeder Stich schmerzhaft war – die eine Hälfte kam vom Kabelbinderschneiden und durchkämpfen, die andere Hälfte durch missgeschickliches Annähen des Schrägbands und einer immer wiederkehrenden Unaufmerksamkeit, die die Nadel mehr als einmal tief ins Fleisch bohrte. Die Pflaster lagen schon griffbereit auf dem Tisch – mehr muss wohl nicht gesagt werden.

MITTWOCH

Die Höllenarbeit war ja eigentlich verrichten, jetzt mussten nur noch Ösen genäht werden. Das mach ich ja eigentlich gerne…ich habe zu Weihnachten einen Pfriem geschenkt bekommen (weil ich Ösen bisher immer mit Stift/Messer oder anderen Utensilien gestochen habe…das macht kein gleichmäßiges Bild :/ ) und ich bin Feuer und Flamme! So schöne gleichmäßige Ösen hab ich noch nie hinbekommen, weil durch den Durchstich ist es so einfach die schön zu nähen…Ich bin grad im Pfriem-Himmel.


Gestochen waren die Löcher schon von der ersten Anprobe, ich musste sie nur noch durch das Futter nachstechen. Eineinhalb Stunden habe ich für alle Ösen gebraucht…schnell wie ich finde!

Und jetzt der spannende Augenblick: Sie ist fertig! Die 4-Tages Schnürbrust!


Notiz an mich: die nächste Schnürbrust hat wieder eine Frontschnürung oder eine Kammerzofe ist bis dahin eingestellt…ich will nicht beschreiben wie affig das aussieht, wenn man die Stays falsch rum anhat, und dann unter Kraftaufwand versucht das ganze Ding an sich zu drehen und hinten dann festzuschnüren…

Ich finde sie sitzt ganz gut. Eigentlich könnte sie sogar noch enger sein, aber das geht leider nicht (und ich wundere mich, denn meine alte Schnürbrust ist ja nach dem gleichen Schnittmuster und ist etwas weiter…dabei hab ich die ja nicht anders genäht oO) Aber es ist auf jedenfall so tragbar und sehr angenehm. Mal sehen was ich nach einem Kostümtag sagen kann, ob alles immernoch gut gegangen ist. Ich finde sie stützt auf jedenfall besser (ist ja auch mehr verstabt) und ist dennoch leichter, denn die alte war mit Stahlband gefüllt und das merkt man schon am Gewicht…


Hinten ist es eigentlich Kante auf Kante geschnürt.

Das Problem mit der nach unten auseinandergehenden Schnürung das ich mit der alten Schnürbrust hatte ist weg. Mein Problem war, dass die Zaddel an der Seitennaht nicht tief genug eingeschnitten war, zumindest ist das Problem behoben…sollte ich diesen Schnitt nochmals machen, werde ich auf jedenfall die Rückenpartie etwas schmälern, damit ich wieder eine Schnürlücke habe…aber gut das sind Luxusprobleme und wenn ich meine Finger ansehe, wird das wieder ein wenig dauern, bis ich die nächste mache :D

Rokoko-Ensemble: Jacke und Rock um 1780

Rokoko-Ensemble: Jacke und Rock um 1780

Endlich hab ich etwas Neues zum Anziehen! Vielleicht kommt jemand die Kombination bekannt vor, die hab ich nämlich geklaut *hust* Lauren von American Duchess hat diese Kombination‚ vor einiger Zeit präsentiert und ich hab mich buchstäblich verliebt, vorallem der graue Rock hat mir es angetan…ich weiß auch nicht warum.

Da ich hier noch einen Ikeastoff liegen hatte, der dem ihren ein wenig ähnelt, dachte ich: warum nicht? Jacken musst du eh üben!!

Der Rock ist schon seit Januar fertig, das war ein Zwei-Tage Projekt (alles von Hand genäht).

Ich kam auf die Idee ein „V“ für „Vorne“ einzusticken, ich frag mich nämlich jedes Mal, wie ich meine Röcke anziehen soll…das sollte ich bei den anderen auch ergänzen.

Der Rock ist aus einem lauten Baumwollstoff, den hab ich auf dem Stoffmarkt gefunden. Er macht ein wunderbares „Kleidergeräusch“, hat ein bisschen Stand und war sehr angenehm zu verarbeiten.

An der Jacke nähe ich seit etwa vier Monaten so nebenher, immer wenn ich grad Leerlauf habe oder ein anderes Projekt Pause braucht. Ursprünglich ist das Ikea Bettwäsche aus Baumwolle, welche ich zufällig in der Fundgrube für den halben Preis mitgenommen habe, ist leider nicht mehr im Sortiment. Die Jacke habe ich aus einem Kopfkissen geschnitten, das hat gerade so gereicht. Meine Inspiration für die Jacke war einmal die Jacke aus Pattern of Fashion 1, was mir beim Konstruieren des Schößchens als Grundlage diente und zum anderen dieses Gemälde. Als Schnittmuster habe ich dieses Mal von Nehelenia „Kleider des späten Rokoko“ verwendet, das hatte ich nämlich bei dem schwarzen Vampirkleid getestet und ich fand es sehr angenehm zu tragen und passte auch alles ganz wunderbar.

Und nachdem ich hier bei Nynke diesen „Weird Running Stitch“ gesehen habe, dachte ich: das teste ich auch gleich mal! Ich bin auch sehr begeistert, das Futter sieht sehr ordentlich aus, man hat die Bahnen relativ schnell genäht, einzige Herausforderung: die Versäumung oben und Unten, da darf man nicht zu viel zusammen genäht haben, sonst muss man einen Teil wieder auftrennen, um das vernähen zu können. Der Stoff liegt dadurch echt schön sauber aufeinander und es bilden sich keine Hohlraumfalten oder ähnliches, was mir bei einer moderneren Arbeitstechnik eher passiert.

Man beachte meinen sexy Fuß! Achja und ich sollte den Rock noch ein wenig bügeln, bevor es rausgeht!

Eigentlich bin ich ganz zufrieden, ich hatte nur mit den Ärmeln zu kämpfen, weil ich blöderweise die Träger falsch rum anbracht hatte und deshalb immer die Ärmel nicht gepasst haben und ich das erst beim dritten Mal auftrennen bemerkt habe :blush:
Und das einzige, was anders machen würde, ist das Schößchen. Ich hab es nämlich gefüttert, weil es nicht abgesetzt ist, sondern aus dem Oberteil rausläuft (und so hatte ich auch das Futter geschnitten und dachte es sieht sauberer aus). Der Nachteil dabei ist: es ist relativ schwer und dick, sodass der hintere Teil nicht so locker fällt wie auf dem Gemälde. Ich werde vermutlich mit ein paar Stichen das Schößchen so fixieren, dass es wenigstens immer gleich liegt.

Zusätzlich zu dem PoF Schnittmuster habe ich noch zwei Halbkreise eingesetzt, damit das Schößchen noch mehr Volumen bekommt.

Da der Rock ja ein wenig kürzer ist und man so endlich mal das Schuhwerk sieht, sollte ich mir überlegen Stockings zu nähen und vielleicht doch endlich mal Geld für richtige Schuhe auszugeben? Mein Geburtstag kommt ja bald
Bis dahin hab ich vielleicht die Chance es mit meinen alten Schuhen auszuführen! Und ich sollte den Gehstock schwarz streichen, das passt sicher ausgezeichnet…und ich brauch eine neue Hutdeko… Es kommt also noch viel auf mich zu :)

Bis dahin – danke fürs Lesen und Rococo’n’Roll!

Robe a la francaise

Robe a la francaise

Dieses Kleid ist tatsächlich letzten Sommer fertig geworden, ich habe es bisher aber nicht geschafft etwas darüber zu schreiben, darum hol ich das jetzt nach.
Die Robe a la francaise mit ihrer Falte am Rücken fand ich zu Anfang meiner Nähereien immer furchtbar hässlich (und ich weiß nicht warum…) das hat sich inzwischen komplett geändert. Durch das viele Suchen, Sammeln und Recherchieren hab ich mich wirklich in diese Kleiderform verliebt. Und praktisch ist es auch noch: es passt sogar mehreren Größen, weil das Kleid immer direkt an den Träger angepasst wird. Also perfekt für mich, da ich doch zusätzlich noch zwei andere Damen benähe und die könnten das Kleid jederzeit ausleihen.

Ich habe vor zwei Jahren bereits mit diesem Projekt angefangen und es musste aus Zeitgründen, Materialmangel und anderen eingeschobenen Projekten leider soo lange flach liegen. Ein weiterer Grund war sicher das Schnittmuster, bei dem ich leider etwas Verständnisprobleme hatte beim Erstellen des Futters und einfach die Lust damit dann flöten gegangen ist.

Mein Schnittmuster ist von J.P. Ryan (Pet-en-l’air mit Variation Robe á la Francaise) und folglich auf Englisch – ein Wunder das noch niemand eine Übersetzung angefertigt hat? Gerade das war bei Beginn auch mein Problem: ich kannte die Fachbegriffe nicht und tat mich folglich ziemlich schwer.
Bei dem Oberstoff habe ich lange überlegt und letztlich mich dann für einen blauen Baumwollstoff entschieden.

Mein erster Zwischenstand, den ich damals fotografiert habe. Die Falte habe ich auf dem Boden gesteckt, damit die Bahnen schön gelegt werden können und dann zum Test an die Puppe geheftet. Auch der Rock ist improvisiert hingesteckt, da er noch nicht richtig gefaltet ist. Das Futter hab ich nach langer Überlegung zweilagig gemacht, auch wenn es im Schnitt nur einlagig beschrieben ist, aber da über das Futter die Form geschnürt wird, erschien mir das einlagig zu dünn. Das kann man unter Umständen machen, wenn man einen wirklich dicken Futterstoff nimmt, aber in 90% der Fälle würde ich es immer doppeln. Der Stecker ist mit Kabelbindern gefüllt. Ich habe ihn wirklich komplett verstärkt, weniger Kabelbinder würden aber auch genügen!

Auch hinten bei der Schnürung habe ich Kabelbinder verwendet und für die Schnüre Haushaltsband aus Baumwolle. Es kräuselt sich so lustig, weil es relativ alt ist und ewig auf einer Rolle war. Im Schnitt war angegeben, dass hinten geschlossen bleibt. Ich würde für die Zukunft aber hinten einen Schlitz schneiden, damit es sich noch einfacher schnüren lässt.

Die Ösen im Futter habe ich von Hand genäht. Ich habe mit Absicht vorne eine Schnürlücke gelassen, damit es nicht ausversehen Kante auf Kante geschlossen wird – so hat man mehr Spielraum, sollte eine schlankere Person einmal dieses Kleid tragen wollen.

Endlich die erste Anprobe! Ich habe dazu meine Schwester genötigt (sie liebt das ja insgeheim :P), damit ich an ihr Ärmel etc. abstecken kann. Sie hat glücklicherweise fast genau die gleichen Maße wie ich, darum ist sie die perfekte lebende Puppe!

Hab sie schön gerüscht (oder wie ich irgendwie immer sage ‚gerufflet‘ :P) und dann angenäht. Alles so weit so gut, was man leider auf den Bildern nicht sieht und ich leider auch erst zu spät: Aus irgendeinem Grund muss ich verrutscht sein, jedenfalls sitzen sie zu seitlich am Ärmel und ich werde sie nochmal abtrennen müssen und leicht verdrehen, damit der längste Punkt auch wirklich hinten mittig sitzt – was auch immer mich da geritten hat es ist zum Verrücktwerden :/ Vorallem weil ich die Rafffäden schon rausgezogen hab…Ein gutes hat es: Ich wollte noch ein dunkles Zierband drauf setzen, das kann ich in dem Schritt gleich machen.

Ich hab dann auch gleich schön den Rücken gebügelt und festgestellt, dass man super auf dem Bügelbrett feststecken kann. In dem Atemzug hab ich auch gleich die Robings gelegt und gebügelt, leider kein Bild, aber das sieht eigentlich dann genauso aus.

Da zufällig Stoffemarkt war, hab ich die Chance genutzt und noch ein paar Sachen erstanden. Zum einen habe ich eine Spitze für die Ärmel gefunden und zum anderen einige Bänder und Stoffe zum Verzieren. Lang hab ich herum überlegt, aber ich wollte die Robings mit einem etwas abgesetzteren Stoff verzieren, damit nicht alles Ton in Ton ist.

Nach längerem Betrachten bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher, ob die Farbe nicht zu viel Kontrast hat, aber jetzt werd ich das bestimmt nicht mehr ändern und mit Jupe und Stecker wirkt das nochmal anders. An den Ärmeln wird das Blau auch nochmal aufgegriffen, dann ist das auch etwas verteilter. Die Veranstaltung, zur der dieses Kleid getragen wird ist da ja nicht so anspruchsvoll und abtrennen geht ja schließlich immernoch.
Die Jupe habe ich nebenher schon fertig genäht, das ist ja ein einfacher Rock. Aus Spargründen (und weil mir blauer Stoff fehlt) habe ich nur vorne blauen Stoff verwendet und hinten Nesselstoff vom großen Möbelhaus, das tut es allemal und durch die leichte Schleppe sieht man den Rock ohnehin nicht. Mogelröcke waren damals ja ohnehin Gang und Gebe, also wird es dadurch nur authentischer!

Und dann ist das Gute Stück auch schon fertig. Endlich!

Der Stecker ist mit zwei farbigen Schleifen verziert und auch nochmal etwas geruffletes Band – damit sehen die zwei Streifen auf der Robing nicht ganz so verloren aus. Ein bisschen übertrieben und kitschig vielleicht, aber für den kommenden Anlass meines Erachtens passend und einen Stecker kann man ja sehr einfach austauschen – vielleicht mach ich irgendwann mal eine Alternative =)

Hier nochmals die Ärmel im Detail, inzwischen sitzen sie richtig, war doch nicht ganz so anstrengend sie zu versetzen wie gedacht. Ich habe die Spitze heimlich an die Francaise angenäht, weil meine Chemise kurzärmelig ist und ich sie ja nicht nur zu diesem Outfit trage.

18. Jahrhundert Schnürbrust nach Diderot

18. Jahrhundert Schnürbrust nach Diderot

Ich möchte hier meinen Weg zu meiner ersten Schnürbrust dokumentieren. Zugegeben, ich hatte gehörig Angst vor meiner ersten Schnürbrust. Der Stahl, die Passform und ich bin ja auch noch nicht so erfahren. ABER (und das geht an alle, die genauso denken wie ich) es ist mit Abstand das Wichtigste am Rokokokleid. Ich dachte immer, eine Corsage tut es für den Anfang, aber dem ist nicht so. Die Form ist falsch und leider lässt der Tragekomfort zu wünschen übrig. Man kann es sich nicht vorstellen, aber ich hatte mit der Corsage nach zwei Stunden Rückenschmerzen und Druckstellen – die Schnürbrust kann ich problemlos den ganzen Tag tragen und sie entlastet mich so – keine Rückenschmerzen, eine schöne Haltung und eine schöne Form…eben das für was sie erfunden wurde…darum mein Rat: ich weiß wie sehr das abschreckt und wie unsicher man dabei ist, wieviel Überwindung der Anfang kostet und wieviel Arbeit das alles ist…aber es lohnt sich! Also nicht den gleichen Fehler machen, man spart sich so viele Schmerzen.

Im folgenden steht ein alter WIP aus einem Forum – ich will aber nichts vorenthalten.

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Als Oberstoff habe ich weißen Baumwoll-Coutil von einer Freundin bekommen, die von ihrem eigenen Korsettversuch noch etwas übrig hatte. Als Futterstoff habe ich einen einfachen Baumwollstoff gewählt und eben Stahlband für die Formgebung. Nichts besonderes, aber für die erste Schnürbrust wollt ich mich nicht in Unkosten stürzen – wie ich mich kenne wird das eh nicht die einzige bleiben :P (Anmerkung: Ich habe blöderweise Ditte genommen – leider ist der Stoff leicht elastisch und damit für eine Schnürbrust nicht geeignet, darum besser alte Bettwäsche oder bessere Baumwolle – das hat leider einiges kaputt gemacht)

Der Schnitt ist von Nehelenia (halbversteifte Schnürbrust) – allerdings traue ich mich gleich an eine Abwandlung, denn im Originalschnitt ist nur hinten eine Schnürung – da ich aber beim Anziehen und Nähen immer allein bin, wollte ich mir das Leben nicht unnötig schwer machen und somit sowohl vorne als auch hinten eine Schnürung anbringen. Zum Einstellen der hinteren Schnürung muss dann mein Freund her halten – soll er sich nicht so anstellen Bedeutet natürlich auch mehr Ösen nähen, aber das mach ich ja irgendwie gern – ne super Beschäftigung während einem abendlichen Film =D

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Ich habe zunächst Futterstoff zugeschnitten und eine grobe Anprobe gemacht, leider ist das ja mit Schnürbrüsten so eine Sache – ich glaube man sieht erst im fertigen Zustand ob sie tatsächlich richtig passt :/ Der erste Eindruck war gut, darum habe ich nichts verändern, außer die Zaddeln zu verlängern. (Um jeweils 5 cm) Da ich schon gelesen habe, dass sie manchen zu kurz sind, dachte ich Abschneiden kann man immernoch…die Träger hab ich erstmal außenvor gelassen, die sind ja im Moment noch nicht relevant und hängen glaub nur blöd im Weg rum, lieber in Ruhe anpassen, wenn ich das Stück verstärkt anprobieren kann…

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Um Vorder- und Rückenteil jeweils zu verbinden hab ich die Nähmaschine benutzt, das Zusammennähen von Futter und Oberstoff habe ich jedoch von Hand gemacht – ich wollts diesesmal ganz sauber =)
Der Coutil ist super – bleibt so toll in Form und lässt sich so toll Bügeln

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Die Markierungen habe ich mit einem Trickstift aufgetragen, den hab ich vor Kurzem erst erworben und bin ganz begeistert…ich hab mich allerdings nur getraut das Futter zu bemalen, weil ich bei dem Baumwollstoff die ‚Abklingzeit‘ schon kenne, während auf dem Coutil hätte ich erst testen müssen und das dauert ja einige Tage, bis die Markierungen weg sind…die Geduld hatte ich nicht.

Mittlerweile habe ich die Tunnel genäht und die Stäbe eingeschoben. Was ich auf jedenfall für meine nächste Schnürbrust mitnehme: dickerer Stoff als Futter! und falls es die Zeit zulässt: von Hand nähen und vielleicht was anderes als Stahlband ausprobieren. Diese Endkappen aufsetzen usw. nervt und ich würde mich jetzt nicht als ungeschickt bezeichnen. Notiz an mich: Nächstes Mal die Tunnel von Hand nähen, ich war leider zu unsauber und musste dann wieder auftrennen…und das hass ich ja…

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Von außen ist die Brust bisher in Ordnung, allerdings hat sich durch den dünneren Futterstoff innen alles gewellt…ich habs sogar aufgetrennt und nochmal probiert ob ich bei der Fadenspannung ausversehen was verstellt habe – aber daran lag es nicht :/ Dabei hab ichs schön festgesteckt gehabt und kann mir das nicht erklären Zumindest sieht man es außen nicht, da ist alles schön glatt – ein schwacher Trost.

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Die Bahnen hab ich vorher genäht und dann die Stäbchen eingeschoben, was definitiv nicht die beste Lösung ist, weil einige Tunnel zu eng waren und einige fast zu weit. Wenn man von Hand näht dauert das zwar länger aber es passt wenigstens gut und man spart sich die Auftrennzeit! Ich werd auch kein Freund von Stahlband – da werd ich nächstes Mal was anderes versuchen…

Da ich unbedingt wissen musste, wie sie sitzt, hab ich die Schnürbrust ohne fertige Ösen gefädelt – die laufen ja nicht weg.
Achja Weisheit des Tages: alleine Anziehen ist bescheiden! Zumindest wenn sie noch nicht fertig und noch nicht eingestellt ist, denn hinten selber schnüren war gar nicht einfach und sie ist mir dadurch auch ein hinten bisschen tiefer gerutscht als sie sollte. Sieht man jetzt zum Glück nicht – vor dem nächsten Mal anziehen werd ich auf jedenfall die Träger befestigen.

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Links die Schnürbrust alleine und rechts mit dem Futter der Francaise darüber um zu sehen, wie das dann sitzt. Ich bin ganz angenehm überrascht, sitzt doch bisher relativ gut und ich hoffe, dass sie in komplett fertigem Zustand noch besser sitzt (die Stäbchen sind immer wieder gerutscht, ist ja noch nichts geschlossen, da musste ich ständig nachschieben) Bin übrigens nach dieser ersten Probe froh, dass ich mich nach anfänglichem Zweifel für die Größe S entschieden habe. Laut den Angaben der Nähanleitung hätte ich M nehmen müssen, aber ich war jetzt schon hinten ziemlich weit zusammen – daher bin ich mir nicht ganz sicher, aus was sich diese Daten ergeben? Also mir ist hinten eine Lücke lieber, falls man mal doch ein bisschen zu-/abnimmt…ist sicher nicht verkehrt :P

Als nächstes das Einfassen…Ich muss zugeben, ich habs ein wenig aufgeschoben, weil ich in den ganzen Erfahrungsberichten das Gefrickel bereits beschrieben bekommen habe und tatsächlich ich kanns nur bestätigen, es ist ätzend…

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Notiz an mich: bei der nächsten Schnürbrust etwas mehr am Rand einplanen, damit ich das einfach nach innen schlagen kann und nicht mit Schrägband hantieren muss! Zugegeben mein erster Versuch ist furchtbar…ich hab versucht beide Seiten gleichzeitig festzunähen und das ergab dann das da oben.

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 Ich hab mir schmaleres Schrägband besorgt in einer schönen rosa Farbe und das alte abgetrennt und nochmals von vorn angefangen. Es ist tatsächlich mit kleinen Stichen von außen aufgenäht, da ich so die Kurven einfacher hinbekommen habe und auch besser durch den Stoff stechen konnte. Mich stört es nicht, dass man bei genauerem Hinsehen den Faden sieht, wenn es denn ein wenig die Plackerei erleichtert…Und wie man sieht, ich hab erst außen aufgenäht und später dann nochmal innen im Futter. Ist natürlich furchtbar viel Arbeit, aber das lohnt sich! Ich würde sie als sauber eingefasst bezeichnen und das hab ich mit Durchstechen ja nicht geschafft :/

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Die Träger sind auch endlich angenäht und eingestellt. Unten sieht man auch nochmal zwei Details, einmal der Träger, einmal die Zaddeln. Es geht auf jedenfall noch sauberer, da bin ich mir sicher, aber für den zweiten Versuch muss ich sagen ein großer Fortschritt, wenn ich mir den ersten Versuch ansehe

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Dank meiner Schwester konnt ich es dann auch gleich anziehen. Von vorn gefällt es mir richtig gut, es sitzt angenehm und macht zwei schöne Äpfelchen, wie man vielleicht erkennen kann.

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Leider muss es sagen, dass es hinten nicht ganz perfekt ist – bei meiner nächsten Schnürbrust muss ich da also etwas ändern. Es klafft leider unten leicht auseinander, es ist nicht viel, aber es ist auch nicht so, wie es idealerweise sein sollte…Ich bin mir nicht ganz sicher woran das liegt…hab schon bei marquise nach Rat geschaut – da sollte ich mich tatsächlich vor der nächsten Schnürbrust mit auseinandersetzen…Ansonsten muss ich sagen, war die Angst davor eigentlich unbegründet. Klar viel Arbeit, aber eigentlich wars nicht so schwer wie gedacht und man hat nochmal ein historischeres Gefühl Für meine erste Schnürbrust bin ich zufrieden und bei allen weiteren werde ich versuchen das noch zu optimieren…

Perücke – Hedgehog Style

Perücke - Hedgehog Style

haar1Ich habe mir schon vor längerem eine Perücke gekauft, um meinen Traum vom buschigen Hedgehog zu erfüllen, den ich mit meiner Haarlänge derzeit einfach nicht erreichen kann. Ich habe das gute Stück günstig über Kleiderkreisel erworben, es ist leider etwas dunkler als mein richtiges Haar, d.h. eine Kombination kommt eher nicht in Frage. Obwohl ich diesen Schnitt ganz cool finde – beim Anprobieren hat sich schnell gezeigt, dass das nicht ganz zu meiner Gesichtsform passt (auf Fotos verzichte ich mal…) Aber da ich sie ja sowieso verändern wollte, war das nicht weiter schlimm.

haar2Mehrere Seiten habe ich im Internet zu dem Thema gefunden, wie man eine Perücke stylt und da kamen ganz viele unterschiedliche Techniken heraus (die teilweise jedoch auch schreckliche Ergebnisse hatten…). Um authentisch zu bleiben, habe ich mit Stoffstreifen angefangen einzelne Strähnen einzudrehen. Das sieht leicht aus, ist aber sehr arbeitsaufwändig (ich saß bestimmt eine Stunde dran, bis ich alles Strähnen hatte…).

Da ich keinen Perückenkopf besitze hab ich improvisiert…was so eine Baulampe mit übergestülpter Stofftasche so alles kann…

haar3Es gibt wohl Perücken, die mit Glätteisen, etc. gestylt werden können – das trifft auf meine aber haar4nicht zu, denn ich habe schließlich keine Echthaarperücke gekauft. Verändern kann man nur mit Hitze, jedoch mit Vorsicht, weil sonst das Material schmilzt. Ich habe die Perücke in einen Topf gepackt und mit fast kochendem Wasser aus dem Wasserkocher übergossen, einige Minuten ‚ziehen‘ lassen und dann rausgeholt. Die Haare an sich werden nicht so heiß, aber die Stoffstücke und der Teil, an dem die Haare befestigt sind. Also hab ich das zum Abkühlen erstmal über die Badewanne gehängt und gewartet, bis es weitestgehen abgetropft war.

haar6Dann hab ich das ein wenig trocknen lassen und nach ein paar Stunden die noch leicht feuchten Stoffbänder gelöst. Die Perücke an sich ist relativ schnell wieder trocken, was ungemein praktisch ist, zumal sie bei Regenwetter nicht all zu sehr leiden kann…

Nun zu meinem Ergebnis. Als die Perücke vor mir stand, fand ich das Ergebnis noch total toll – die Locken waren schön geworden, nicht zu groß, nicht zu klein. Einige Strähnen hatten sich etwas verknotet und ich bin viel mit den Fingern durchgefahren, um das Haar ein wenig zu lockern. Frisieren darf man sich nicht, sonst werden die Haare so fisselig, das sieht nicht schön aus. Dann habe ich sie mir mal aufgesetzt und war entsetzt – ich hatte irgendwie das Gefühl einen Afro zu tragen und keine Rokoko-Frisur. Ich habe mir gleich eine lange Strähnen von der hinteren Mitte geschnappt und sie nach vorne gebunden und auf dem Scheitel die Haare ein wenig platt gedrückt, bzw. die Locken leicht rausfrisiert, sodass der Puff nur an der Seite ist und nicht auch komplett auf dem Kopf. Mit jedem rumzuppeln wurde es besser, oder das Auge hat sich mehr daran gewöhnt?

Testweise hab ich auch meinen Hut aufgesetzt, der mir fast zu klein auf diesem riesigen Berg Haare schien. Das macht natürlich auch nochmal viel aus. Schließlich habe ich die hinteren langen Haare nach oben gesteckt und das sah schon gleich viel besser aus.

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Zu Halloween werde ich sie testweise tragen, vorher nochmal ein wenig zusammenstecken und mit Trockenshampoo oder Puder behandeln, damit sie nicht ganz so glänzt (wobei sie das ohnehin recht wenig tut). Im Nachhinein bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis, mal sehen, wie sie sich beim Tragen bewährt…