18. Jahrhundert Schnürbrust nach Diderot

18. Jahrhundert Schnürbrust nach Diderot

Ich möchte hier meinen Weg zu meiner ersten Schnürbrust dokumentieren. Zugegeben, ich hatte gehörig Angst vor meiner ersten Schnürbrust. Der Stahl, die Passform und ich bin ja auch noch nicht so erfahren. ABER (und das geht an alle, die genauso denken wie ich) es ist mit Abstand das Wichtigste am Rokokokleid. Ich dachte immer, eine Corsage tut es für den Anfang, aber dem ist nicht so. Die Form ist falsch und leider lässt der Tragekomfort zu wünschen übrig. Man kann es sich nicht vorstellen, aber ich hatte mit der Corsage nach zwei Stunden Rückenschmerzen und Druckstellen – die Schnürbrust kann ich problemlos den ganzen Tag tragen und sie entlastet mich so – keine Rückenschmerzen, eine schöne Haltung und eine schöne Form…eben das für was sie erfunden wurde…darum mein Rat: ich weiß wie sehr das abschreckt und wie unsicher man dabei ist, wieviel Überwindung der Anfang kostet und wieviel Arbeit das alles ist…aber es lohnt sich! Also nicht den gleichen Fehler machen, man spart sich so viele Schmerzen.

Im folgenden steht ein alter WIP aus einem Forum – ich will aber nichts vorenthalten.

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Als Oberstoff habe ich weißen Baumwoll-Coutil von einer Freundin bekommen, die von ihrem eigenen Korsettversuch noch etwas übrig hatte. Als Futterstoff habe ich einen einfachen Baumwollstoff gewählt und eben Stahlband für die Formgebung. Nichts besonderes, aber für die erste Schnürbrust wollt ich mich nicht in Unkosten stürzen – wie ich mich kenne wird das eh nicht die einzige bleiben :P (Anmerkung: Ich habe blöderweise Ditte genommen – leider ist der Stoff leicht elastisch und damit für eine Schnürbrust nicht geeignet, darum besser alte Bettwäsche oder bessere Baumwolle – das hat leider einiges kaputt gemacht)

Der Schnitt ist von Nehelenia (halbversteifte Schnürbrust) – allerdings traue ich mich gleich an eine Abwandlung, denn im Originalschnitt ist nur hinten eine Schnürung – da ich aber beim Anziehen und Nähen immer allein bin, wollte ich mir das Leben nicht unnötig schwer machen und somit sowohl vorne als auch hinten eine Schnürung anbringen. Zum Einstellen der hinteren Schnürung muss dann mein Freund her halten – soll er sich nicht so anstellen Bedeutet natürlich auch mehr Ösen nähen, aber das mach ich ja irgendwie gern – ne super Beschäftigung während einem abendlichen Film =D

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Ich habe zunächst Futterstoff zugeschnitten und eine grobe Anprobe gemacht, leider ist das ja mit Schnürbrüsten so eine Sache – ich glaube man sieht erst im fertigen Zustand ob sie tatsächlich richtig passt :/ Der erste Eindruck war gut, darum habe ich nichts verändern, außer die Zaddeln zu verlängern. (Um jeweils 5 cm) Da ich schon gelesen habe, dass sie manchen zu kurz sind, dachte ich Abschneiden kann man immernoch…die Träger hab ich erstmal außenvor gelassen, die sind ja im Moment noch nicht relevant und hängen glaub nur blöd im Weg rum, lieber in Ruhe anpassen, wenn ich das Stück verstärkt anprobieren kann…

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Um Vorder- und Rückenteil jeweils zu verbinden hab ich die Nähmaschine benutzt, das Zusammennähen von Futter und Oberstoff habe ich jedoch von Hand gemacht – ich wollts diesesmal ganz sauber =)
Der Coutil ist super – bleibt so toll in Form und lässt sich so toll Bügeln

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Die Markierungen habe ich mit einem Trickstift aufgetragen, den hab ich vor Kurzem erst erworben und bin ganz begeistert…ich hab mich allerdings nur getraut das Futter zu bemalen, weil ich bei dem Baumwollstoff die ‚Abklingzeit‘ schon kenne, während auf dem Coutil hätte ich erst testen müssen und das dauert ja einige Tage, bis die Markierungen weg sind…die Geduld hatte ich nicht.

Mittlerweile habe ich die Tunnel genäht und die Stäbe eingeschoben. Was ich auf jedenfall für meine nächste Schnürbrust mitnehme: dickerer Stoff als Futter! und falls es die Zeit zulässt: von Hand nähen und vielleicht was anderes als Stahlband ausprobieren. Diese Endkappen aufsetzen usw. nervt und ich würde mich jetzt nicht als ungeschickt bezeichnen. Notiz an mich: Nächstes Mal die Tunnel von Hand nähen, ich war leider zu unsauber und musste dann wieder auftrennen…und das hass ich ja…

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Von außen ist die Brust bisher in Ordnung, allerdings hat sich durch den dünneren Futterstoff innen alles gewellt…ich habs sogar aufgetrennt und nochmal probiert ob ich bei der Fadenspannung ausversehen was verstellt habe – aber daran lag es nicht :/ Dabei hab ichs schön festgesteckt gehabt und kann mir das nicht erklären Zumindest sieht man es außen nicht, da ist alles schön glatt – ein schwacher Trost.

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Die Bahnen hab ich vorher genäht und dann die Stäbchen eingeschoben, was definitiv nicht die beste Lösung ist, weil einige Tunnel zu eng waren und einige fast zu weit. Wenn man von Hand näht dauert das zwar länger aber es passt wenigstens gut und man spart sich die Auftrennzeit! Ich werd auch kein Freund von Stahlband – da werd ich nächstes Mal was anderes versuchen…

Da ich unbedingt wissen musste, wie sie sitzt, hab ich die Schnürbrust ohne fertige Ösen gefädelt – die laufen ja nicht weg.
Achja Weisheit des Tages: alleine Anziehen ist bescheiden! Zumindest wenn sie noch nicht fertig und noch nicht eingestellt ist, denn hinten selber schnüren war gar nicht einfach und sie ist mir dadurch auch ein hinten bisschen tiefer gerutscht als sie sollte. Sieht man jetzt zum Glück nicht – vor dem nächsten Mal anziehen werd ich auf jedenfall die Träger befestigen.

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Links die Schnürbrust alleine und rechts mit dem Futter der Francaise darüber um zu sehen, wie das dann sitzt. Ich bin ganz angenehm überrascht, sitzt doch bisher relativ gut und ich hoffe, dass sie in komplett fertigem Zustand noch besser sitzt (die Stäbchen sind immer wieder gerutscht, ist ja noch nichts geschlossen, da musste ich ständig nachschieben) Bin übrigens nach dieser ersten Probe froh, dass ich mich nach anfänglichem Zweifel für die Größe S entschieden habe. Laut den Angaben der Nähanleitung hätte ich M nehmen müssen, aber ich war jetzt schon hinten ziemlich weit zusammen – daher bin ich mir nicht ganz sicher, aus was sich diese Daten ergeben? Also mir ist hinten eine Lücke lieber, falls man mal doch ein bisschen zu-/abnimmt…ist sicher nicht verkehrt :P

Als nächstes das Einfassen…Ich muss zugeben, ich habs ein wenig aufgeschoben, weil ich in den ganzen Erfahrungsberichten das Gefrickel bereits beschrieben bekommen habe und tatsächlich ich kanns nur bestätigen, es ist ätzend…

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Notiz an mich: bei der nächsten Schnürbrust etwas mehr am Rand einplanen, damit ich das einfach nach innen schlagen kann und nicht mit Schrägband hantieren muss! Zugegeben mein erster Versuch ist furchtbar…ich hab versucht beide Seiten gleichzeitig festzunähen und das ergab dann das da oben.

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 Ich hab mir schmaleres Schrägband besorgt in einer schönen rosa Farbe und das alte abgetrennt und nochmals von vorn angefangen. Es ist tatsächlich mit kleinen Stichen von außen aufgenäht, da ich so die Kurven einfacher hinbekommen habe und auch besser durch den Stoff stechen konnte. Mich stört es nicht, dass man bei genauerem Hinsehen den Faden sieht, wenn es denn ein wenig die Plackerei erleichtert…Und wie man sieht, ich hab erst außen aufgenäht und später dann nochmal innen im Futter. Ist natürlich furchtbar viel Arbeit, aber das lohnt sich! Ich würde sie als sauber eingefasst bezeichnen und das hab ich mit Durchstechen ja nicht geschafft :/

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Die Träger sind auch endlich angenäht und eingestellt. Unten sieht man auch nochmal zwei Details, einmal der Träger, einmal die Zaddeln. Es geht auf jedenfall noch sauberer, da bin ich mir sicher, aber für den zweiten Versuch muss ich sagen ein großer Fortschritt, wenn ich mir den ersten Versuch ansehe

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Dank meiner Schwester konnt ich es dann auch gleich anziehen. Von vorn gefällt es mir richtig gut, es sitzt angenehm und macht zwei schöne Äpfelchen, wie man vielleicht erkennen kann.

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Leider muss es sagen, dass es hinten nicht ganz perfekt ist – bei meiner nächsten Schnürbrust muss ich da also etwas ändern. Es klafft leider unten leicht auseinander, es ist nicht viel, aber es ist auch nicht so, wie es idealerweise sein sollte…Ich bin mir nicht ganz sicher woran das liegt…hab schon bei marquise nach Rat geschaut – da sollte ich mich tatsächlich vor der nächsten Schnürbrust mit auseinandersetzen…Ansonsten muss ich sagen, war die Angst davor eigentlich unbegründet. Klar viel Arbeit, aber eigentlich wars nicht so schwer wie gedacht und man hat nochmal ein historischeres Gefühl Für meine erste Schnürbrust bin ich zufrieden und bei allen weiteren werde ich versuchen das noch zu optimieren…

Der Schrank ist nicht voll genug!

Der Schrank ist nicht voll genug!

Nach einer Ewigkeit melde ich mich zurück.

Ich hatte das Bloggen ja eigentlich an den Nagel gehängt, andererseits les ich selbst so gern auf anderen Blogs und vielleicht ist das hier doch für den ein oder anderen eine Fundgrube.

Heute war Stoffemarkt in Ludwigsburg, also hab ich meine sieben Sachen gepackt und bin losgefahren. Obwohl ich zur Eröffnung da war, war es rappelvoll. (ich will gar nicht wissen, wie es dann gegen nachmittag ist…)
Zwar hatte ich eine grobe Einkaufsliste, aber man muss sich ja auch immer an dem orientieren, was grad da ist. Und ich bin sehr glücklich über meine Ausbeute!

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Die blauen und grauen Stoffe sind jeweils Baumwolle. Aus dem werde ich mein Edwardisches Kleid und vielleicht noch ein Rokokokleid fertigen. Der graue Stoff würde sich gut als kurzer Rokokorock machen (der neckisch die Schuhe zeigt). Das Rosa ist ein Polyestertaft, der aber sehr angenehm in der Hand liegt und für eine Rokokojacke herhalten soll (die würde super zum Rock passen…)

Der helle Stoff ist ein bestickter Baumwollstoff, sehr edel! Daraus wird eine Tischdecke für meine Großeltern, wobei ich schon am überlegen bin, ob man das nicht auch anderweitig benutzen könnte. Der dunkelgraue ganz unten ist Wolle, fast nicht elastisch und war spottbillig…auch wenn ich ihn grad nicht benötige, so musste ich zuschlagen.
Auf dem grauen Stoff liegt noch ein schwarzer Tüllstoff mit kleinem Muster, den fand ich so hübsch, dass er auch mit durfte. Zwei Taschenschließen (im Stoffgeschäft gibts ja leider immer nur hässliche) Und die Kurzwaren sind hier nicht zu sehen, aber beinhaltet jede Menge Garn und Schrägband.

Erfolgsreich würde ich sagen! Und ich kann es gar nicht erwarten anzufangen…jetzt liegt schon alle in der Waschmaschine und ich kann mir in Ruhe Schnitte aussuchen.

Perücke – Hedgehog Style

Perücke - Hedgehog Style

haar1Ich habe mir schon vor längerem eine Perücke gekauft, um meinen Traum vom buschigen Hedgehog zu erfüllen, den ich mit meiner Haarlänge derzeit einfach nicht erreichen kann. Ich habe das gute Stück günstig über Kleiderkreisel erworben, es ist leider etwas dunkler als mein richtiges Haar, d.h. eine Kombination kommt eher nicht in Frage. Obwohl ich diesen Schnitt ganz cool finde – beim Anprobieren hat sich schnell gezeigt, dass das nicht ganz zu meiner Gesichtsform passt (auf Fotos verzichte ich mal…) Aber da ich sie ja sowieso verändern wollte, war das nicht weiter schlimm.

haar2Mehrere Seiten habe ich im Internet zu dem Thema gefunden, wie man eine Perücke stylt und da kamen ganz viele unterschiedliche Techniken heraus (die teilweise jedoch auch schreckliche Ergebnisse hatten…). Um authentisch zu bleiben, habe ich mit Stoffstreifen angefangen einzelne Strähnen einzudrehen. Das sieht leicht aus, ist aber sehr arbeitsaufwändig (ich saß bestimmt eine Stunde dran, bis ich alles Strähnen hatte…).

Da ich keinen Perückenkopf besitze hab ich improvisiert…was so eine Baulampe mit übergestülpter Stofftasche so alles kann…

haar3Es gibt wohl Perücken, die mit Glätteisen, etc. gestylt werden können – das trifft auf meine aber haar4nicht zu, denn ich habe schließlich keine Echthaarperücke gekauft. Verändern kann man nur mit Hitze, jedoch mit Vorsicht, weil sonst das Material schmilzt. Ich habe die Perücke in einen Topf gepackt und mit fast kochendem Wasser aus dem Wasserkocher übergossen, einige Minuten ‚ziehen‘ lassen und dann rausgeholt. Die Haare an sich werden nicht so heiß, aber die Stoffstücke und der Teil, an dem die Haare befestigt sind. Also hab ich das zum Abkühlen erstmal über die Badewanne gehängt und gewartet, bis es weitestgehen abgetropft war.

haar6Dann hab ich das ein wenig trocknen lassen und nach ein paar Stunden die noch leicht feuchten Stoffbänder gelöst. Die Perücke an sich ist relativ schnell wieder trocken, was ungemein praktisch ist, zumal sie bei Regenwetter nicht all zu sehr leiden kann…

Nun zu meinem Ergebnis. Als die Perücke vor mir stand, fand ich das Ergebnis noch total toll – die Locken waren schön geworden, nicht zu groß, nicht zu klein. Einige Strähnen hatten sich etwas verknotet und ich bin viel mit den Fingern durchgefahren, um das Haar ein wenig zu lockern. Frisieren darf man sich nicht, sonst werden die Haare so fisselig, das sieht nicht schön aus. Dann habe ich sie mir mal aufgesetzt und war entsetzt – ich hatte irgendwie das Gefühl einen Afro zu tragen und keine Rokoko-Frisur. Ich habe mir gleich eine lange Strähnen von der hinteren Mitte geschnappt und sie nach vorne gebunden und auf dem Scheitel die Haare ein wenig platt gedrückt, bzw. die Locken leicht rausfrisiert, sodass der Puff nur an der Seite ist und nicht auch komplett auf dem Kopf. Mit jedem rumzuppeln wurde es besser, oder das Auge hat sich mehr daran gewöhnt?

Testweise hab ich auch meinen Hut aufgesetzt, der mir fast zu klein auf diesem riesigen Berg Haare schien. Das macht natürlich auch nochmal viel aus. Schließlich habe ich die hinteren langen Haare nach oben gesteckt und das sah schon gleich viel besser aus.

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Zu Halloween werde ich sie testweise tragen, vorher nochmal ein wenig zusammenstecken und mit Trockenshampoo oder Puder behandeln, damit sie nicht ganz so glänzt (wobei sie das ohnehin recht wenig tut). Im Nachhinein bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis, mal sehen, wie sie sich beim Tragen bewährt…

Mittelalterlicher Radmantel

Mittelalterlicher Radmantel

Das allererste, was ich für meine Mittelalterkluft genäht habe, war ein Radmantel. Das ist zwar schon etwas her, aber ich würde es gerne trotzdem zeigen. Das macht nämlich unheimlich was her, ist eigentlich super einfach und gerade an kalten Wintertagen notwendig!

Ich habe richtigen Wollloden gekauft auf dem Stoffemarkt – der hat ungefähr 15€ der Meter gekostet, ist aber auch richtig gute Qualität, fest, schwer und wärmend. Natürlich könnte man das Ganze auch billiger haben, indem man zum Beispiel aus schwerer Baumwolle einen Umhang näht. Von Samt oder anderen leichten Stoffen würde ich abraten, außer es ist Teil eines Fantasykostüms und lediglich als Dekoration gedacht. Samt ist ohnehin kein typischer Stoff für das Mittelalter, das gab es zwar damals schon, aber war natürlich sehr kostbar und wurde nicht von einfachen Menschen getragen.
Die Stoffbreite war bei meinen Stoffen 140 (grün) und 150 (schwarz). Ich bin etwa 1,60 und mir ist 1,50 eigentlich schon zu lang, er soll ja nicht auf dem Boden schleifen und die Stadt säubern.

Es gibt Halbkreismäntel und Vollkreismäntel (sowie Dreiviertelkreismäntel, die dann das Mittel zwischen beiden sind.) Ich stell hier später noch eine Skizze ein. Ich habe jeweils Halbkreismäntel genäht, da das meiner Ansicht nach völlig genügt, es soll ja kein Reisemantel sein, unter dem man auch noch schlafen kann…Ich habe pro Mantel etwa 3m Stoff verbraucht, da gibt es natürlich kleine Reste aus denen man zum Beispiel noch eine Kapuze nähen kann. Ganz authentisch ist es natürlich den Mantel aus vielen kleinen Stücken zu nähen, z.B. Keilen, weil früher die Stoffbreite viel geringer war und so der Mantel meist nicht aus einem Stück gefertigt werden konnte. Bei meinem grünen Umhang musste ich auch etwas tricksen, weil ich sehr viel Stoff übrig hatte, allerdings den Radius nicht in der Breite bekommen habe, den ich wollte. Er ist im Gegensatz zu den schwarzen Mänteln nicht bodenlang, sondern reicht mir nur bis zum Knie (etwa 115cm Radius).

umhang2Hier sieht man, wie ich ihn zusammengenäht habe und das Bild des Halbkreismantels wird nochmals deutlich. (leider ist mein Fußboden zu klein – er passt einfach nicht in voller Größe drauf…)

Zum Zurechtschneiden wird der Mantel einmal gefaltet und das Maßband (oder eine Schnur) als Zirkel an der Stelle festgesteckt, an der später der Halsausschnitt sein soll. Mit weißer Schneiderkreide habe ich einen Kreis gezeichnet, und dann mit Nadeln festgesteckt, da ja zwei Stoffe übereinanderliegen und beim Schneiden nicht verrutschen sollen. Dann braucht man nur noch eine ruhige Hand und etwas Geduld und der Mantel ist schon beinahe fertig. Bei meinem Wollstoff musste ich zum Glück nicht Versäumen, denn das Material ist so gut, dass es nicht ausfranst. Bei einem Baumwollstoff wird das wohl notwendig sein, diesen zusätzlichen Stoff sollte man natürlich mitbedenken.

umhang1 Da ich bei dem grünen in der Mitte ein gerades Stück eingesetzt habe, musste das natürlich entsprechend stark genäht werden. Ich habe ihn erst übereinandergelegt, zusammengenäht und dann die überlappenden nochmals festgenäht, damit der schwere Stoff auch wirklich zusammenhält.

Der Halsausschnitt kann entweder ausgemessen werden, oder geschätzt (ich habe einfach geschätzt, anprobiert und dann nachgebessert…). Bei mir waren das so etwa 20-25cm an Radius. Bei einem der schwarzen Umhänge habe ich eine Kapuze angenäht, aus dem restlichen grünen Stoff habe ich eine Gugel genäht.

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umhang7Der grüne Umhang wird mit einer einfachen braunen Kordel geschlossen, dafür habe ich zwei Löchel genäht, durch die sie einfach durchgezogen werden.

Die Gugel werde ich nach einmaligem Tragen noch innen füttern müssen und den Rand vorne verstärken. Leider rutscht sie beim Tragen immer nach hinten. Durch das Verstärken vorne, bzw. ein evtl. Umkrempeln denke ich, ist genug Gewicht vorne, dass das nicht mehr passiert…ansonsten werden kleine runde Ösen genäht und das Ganze mit Haarnadeln festgesteckt (aber das ist auch nur der Notfallplan…ich hoffe das ist nicht notwendig).

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Bei diesem Umhang habe ich eine Kapuze angenäht. Das ist angeblich nicht authentisch, aber das war mir in dem Fall egal. Die Kapuze hat eine schöne „Glockenform“ wenn man sie anhat. Allerdings finde ich, dass dieser schwarze Umhang irgendwas ‚Harry-Potteriges‘ an sich hat. Vielleicht lag es an meiner Freundin, den roten Haaren und meiner Assoziation mit Hermione, naja wer weiß.

Ich habe daraufhin Borten bestellt, da werde ich eine davon dort annähen, dann sieht das Ganze schon anders aus.(1x schwarz-silber breit, 1x grün-gold schmal, 1x schwarz-gold schmal)

 

umhang9Verschlossen wird der Umhang mit Tasselscheiben. Eigentlich wurden sie mit einer Kette verschlossen (die Kette ist aber sehr lang, man legtumhang8 seine Finger hinein und hält damit den Umhang vorne). Ich wollte dieses Rumgerutsche am Hals vermeiden und habe ein Stoffband dazwischen genäht. Durch zwei genähte Knopflöcher werden sie wie Knöpfe vorne verschlossen. Auch bei Wolle müssen die Löcher genäht werden, da viel Gewicht auf diesen beiden Scheiben liegt (vom Eigengewicht man ganz zu Schweigen), und sonst die Löcher ausfransen.

Dumhang10er dritte Umhang ist ebenfalls schwarz, gleich dem anderen Schwarzen nur ohne Kapuze. Als Verschluss habe ich hier einen Wolfskopf-Verschluss gewählt. Einfach, und trotzdem ein Hingucker – meine Schwester liebt ihre Schließe total.

Die Schließen habe ich übrigens auf Pera Peris bestellt. Das war ziemlich schnell da und ich bin sehr zufrieden damit – Preis ist auch in Ordnung finde ich. (teuerer gehts auf jedenfall!)

Zauberstab-Workshop

Zauberstab-Workshop

OLLIVANDERS
MAKERS OF FINE WANDS
SINCE 382 b.c.

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Ich habe ein ganz tolles Tutorial zum „Zauberstab selbermachen“ gefunden unter diesem Link kommt ihr zum Original. Das sah so extrem einfach aus und trotzdem toller Effekt, dass ich dachte: das schenk ich meinen Harry-Potter Fanatikern zum Geburtstag (meine Sis und meine beste Freundin). Das ist bereits schon etwas länger her und wir haben sehr lange gebraucht um mal einen Termin zu finden das zu machen…

Es gibt dieses Tutorial ja schon und trotzdem schreib ich es nochmals inkl. meinem Erfahrungsbericht, weil so einfach wie es aussah war es dann doch nicht.

Material:

* Essstäbchen (bestenfalls komplett rund)

* Heißklebepistole und Munition (wir haben bestimmt um die 15 Stangen vernichtet)

* Holzplatte (irgendwo muss die Heißklebepistole ja abgestellt werden)

* Perlen, Draht oder andere Dekoration (ich habe das im 1€-Shop gekauft)

* Acrylfarbe (dazugehörige Pinsel etc.)

* viele Wassergläser oder andere Behältnisse!

zauberstab11 zauberstab12Während die Heißklebepistole warm wird, haben wir uns überlegt, wie wir schön dekorieren. Da die Essstäbchen nicht sonderlich lang waren, haben wir jeweils hinten eine große Holzperle hingeklebt, um den Stab etwas zu verlängern. Vor allem Geduld ist angebracht (ich hatte sie nicht und hab mir mehr als einmal den Finger verbrannt), denn man muss den richtigen Moment erwischen, bis der Kleb kalt genug ist, um ihn unbeschadet anzufassen und zu formen, aber noch nicht zu kalt, als dass er schon zu fest ist. Schicht für Schicht haben wir drauf geklatscht und lustig mit Perlen und Drähten versucht interessante Muster zu kreieren. Wichtig dabei, dass alles ‚fest‘ sitzt später, da es sonst wieder abfallen könnte und natürlich keine seltsamen Dinge die wegstehen, das würde etwas unnatürlich aussehen.

Als wir mit diesem Schritt fertig waren, dachte ich „Oh gott – das ist total schief gegangen…die sehen sowas von dämlich aus!“.

zauberstab13 zauberstab14Das Bunte an sich ist gar nicht so schlimm, aber dieser Kleb sieht total unförmig aus. Wir waren alle etwas ernüchtert, aber mit Coldmirror und ihren tollen, selbstgeschriebenen Harry-Potter-Geschichten als Hörbuch, haben wir unsere Begeisterung wieder zusammengekratzt und ran gings an die Farbe.

Ich habe stinknormale Acrylfarbe verwendet, alle Brauntöne, Schwarz und Weiß die ich hatte habe ich in die Mitte geworfen. Jeder hat einen Pinsel in die Hand gedrückt bekommen und los gings! Während wir malten sind mir einige Dinge aufgefallen: 1. der Zauberstab wird hammergeil, wenn er eine einheitliche Farbe bekommt! 2. da das Ding ja rund ist und man auch rundum malt, darf man nur zur Hälfte malen und lässt es dann trocknen um später die andere Seite zu malen, und da kommt auch schon 3. man sollte sich vorher Gedanken machen WIE und WO man das Ganze trocknen lässt. Auf dem Fußboden ging schlecht, also haben wir schnell einige Trinkgläser organisiert und darin die Stäbe gestellt. Bestenfalls hat man für jeden Stab ein eigenes oder zumindest für jede Farbgruppe, weil die sehr gerne zusammen rutschen und man will ja keine Fremdfarbe drauf haben. Bunte Perlen müssen meist zweimal bemalt werden, damit es richtig deckt, mit dem Pinsel muss man in alle Ecken, damit kein Kleb mehr durchschimmert und Draht lässt sich prinzipiell ganz schlecht bemalen…tja danach ist man immer schlauer!

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Dann präsentiere ich einmal das Endergebnis. Ich würde die gerne noch mit einem matten Lack überziehen, damit die Farbe hält uns sie nicht ganz so glänzen…das sieht dann glaub mehr nach Holz aus.

Die Stäbe sind von mir und in der Reihenfolge der Entstehung abgebildet:

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zauberstab6zauberstab6

Das sind Stäbe von meiner Sis und meiner Freundin:
zauberstab4 zauberstab3Und nochmal alle im Überblick:

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Viktorian Gothic Kropfband

Viktorian Gothic Kropfband

Material:

* schwarzes Rüschenband

* Verschluss: Haken und Augen (ich nutze Größe No2)

* kurzes schwarzes Band

* Verziermaterial (z.B. Perlen, Brosche, Ketten, …)

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Als erstes habe ich die Dicke meines Halses gemessen, denn danach richtet sich die Länge des Rüschbands. Ich habe mein Rüschband übrigens auf dem Stoffemarkt Holland gekauft – für 2,00 € der Meter.

Für meinen Hals habe ich etwa 34 cm gebraucht. Da das Band ein bisschen stretchy ist, hat man auf jedenfall noch etwas Spielraum, gerade zum Verschließen, aber zu eng sollte es natürlich nicht sitzen, sonst wird das tragen unangenehm.

Auf beide Enden habe ich jeweils das schwarz Band als ‚Abschluss‘ genäht. Eigentlich wäre das nicht notwenig, aber mir kam das als Untergrund für die Verschlüsse etwas fester vor, als nur das Rüschband. Ich hatte ja die Befürchtung, dass es nämlich gerade durch die Elastizität nicht gut hält. Der Streifen fällt später gar nicht auf, da sich an der Stelle das Band sowieso überlappt. Ich habe mich für sichere vier Haken entschieden – drei würden es sicher auch tun – zwei würde ich nur bei einem schmaleren Band raten, ansonsten steht das Band blöd ab und liegt nicht ganz sauber an.

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Die Verschlüsse habe ich während einem Film in fleißiger Handarbeit angenäht. An sich wäre das Band so auch schon fertig – ich wollte das ganze noch etwas veredeln und habe einige weiße Perlen in gleichmäßigem Abstand zu einander aufgenäht. (und das war leider das eigentliche Geschäft, weil diese blöde Nadel nicht immer sauber durch die Perlen gepasst hat und ich keine dünnere zur Hand hatte…)

Ich  habe das ganze zu meinem Halloween Outfit getragen, mit gepuderter Hochsteckfrisur, Perlenohrringen und Dekollete und es war definitiv ein Hingucker!

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No 1 – das Ende des Anfangs

No 1 - das Ende des Anfangs

Furchtbare Spontanitäten führen zu fruchtbaren Sonderbaritäten.

Ich bin großer History-Fan und fertige gerne Gegenstände oder Kleider aus den vergangenen Zeiten. Im Moment stehe ich noch relativ am Anfang und habe ganz viele Projekte geplant, darum sollen meine Vorgehensweisen und meine Ergebnisse hier für alle zu sehen sein. Es gibt leider nur wenige Blogs (und noch weniger auf deutsch), die sich damit befassen und nicht nur ausstellen, sondern auch Anleitung geben. Das möchte ich hiermit ändern, denn ich bin diese ewige Sucherei im Internet Leid (zugegeben: irgendwie lieb ich das auch wieder) und trotz guter Recherche bleiben bei mir oft Fragen offen – vielleicht hilft dieser Blog anderen ohne große Fragezeichen in ein Projekt zu gehen und dient als Inspiration für Suchende.